Montag, 13. Dezember 2010

Nativity Play, Skittles Night, Work, Meal and Footie make a busy Weekend

Das letzte England-Wochenende war busy busy, und sehr schön. Am Freitag Mittag führte die Klasse von Sascha und deren Parallelklasse in der Schule ihr Krippenspiel auf. Normalerweise würde ich zu so etwas ja nicht gehen, aber weil Sascha mich darum gebeten hatte, habe ich mir das Ganze mal angesehen. Weil die Kinder ja erst 4 oder 5 Jahre alt sind, wurde die Aufführung ohne Text, dafür aber mit Liedern und schönen Kostümen gestaltet. Wirklich nett gemacht, alle Kinder waren mit Spaß bei der Sache, keines hat geheult und nur eines ist auf der
Bühne gestolpert und hingefallen.
Nachmittags bin ich dann mit den Mädels in die Stadt gegangen, und abends auf die Skittles Night vom Fußball. Skittles ist etwas Englandtypisches: Im Prinzip so wie Kegeln, aber die Kugeln sind aus Holz, und die Kegel müssen von Hand wieder aufgestellt werden. Der Fußballverein hatte diesen Abend organisiert, um Geld für neue Trainingsjacken zu sammeln. Zwar waren nicht sehr viele von der Mannschaft da, aber wir hatten trotzdem unseren Spaß. Mein Skittles-Team hat leider nicht gewonnen, aber weil ich mich bei der Siegerehrung einfach ins Siegerteam gestellt habe, habe ich trotzdem eine Medaille bekommen.

Samstag vormittag habe ich auf die Kinder aufgepasst, und nachmittags für das Essen eingekauft, dass ich den Mädels versprochen hatte. Lis ist gegen 18 Uhr losgefahren zu ihrer Freundin, und eine Stunde später waren meine Mädels hier. Ich hatte indisch gekocht: Chicken Korma mit Cous Cous. Die Kinder, die noch wach waren, sind total ausgeflippt, vor allem Sascha, wie immer, wenn Besuch da ist. Die Mädels waren einigermaßen entsetzt, aber für mich war dieses Verhalten keine Überraschung. Unser Abend war aber trotzdem sehr schön, vor allem, nachdem die Kinder endlich im Bett waren.

Sonntag vormittag hatten wir Fußball Training. Das Spiel war wieder mal wegen des Wetters abgesagt worden. Diesmal war das Verfahren aber besonders fragwürdig: Der Trainer des Teams, gegen das wir auswärts hätten spielen sollen ist am Freitag Mittag mit seiner Forke auf das Spielfeld gegangen und hat diese ins Gras gestochen. Und hat festgestellt: Das ist noch etwas zu eisig, um darauf Fußball zu spielen. Das Spiel wurde daraufhin sofort abgesagt - am Freitag Mittag, obwohl es in den nächsten 48 Stunden bei Temperaturen zwischen 5 und 10°C noch extrem taute!! Bad luck for me, 4 Monate und nur 2 Spiele....Dafür haben wir dann am Sonntag draußen trainiert, besser als nichts.
Dienstag wird das letzte Training mit der Mannschaft sein, und Donnerstag sehe ich nochmal alle wieder, wenn wir abends unsere Weihnachtsfeier haben. Aber bis es soweit ist, wird jetzt erstmal noch gearbeitet: Heute habe ich die Kinder den ganzen Tag, Mittwoch den halben und Donnerstag noch einmal den ganzen. Morgen ist dann mein letzter Tag in der Schule und am in drei Tagen werden die Koffer gepackt!

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Die letzten Tage England

Nun sind es nur noch 8 Tage England, und ich bin wirklich froh, dass ich bald nach Hause komme. Obwohl ich ja hier wirklich ganz liebe Freundinnen gefunden habe, und diese auch vermissen werde, kann ich es kaum erwarten. Heute war ich das letzte Mal in der Spielgruppe, und auch von meinen Line Dancern musste ich mich gestern schon verabschieden, weil ich nächste Woche dort wahrscheinlich nicht hingehen kann...es geht also los mit den Verabschiedungen. Im Packstress bin ich aber noch lange nicht, dass werde ich nächsten Donnerstag ganz in Ruhe machen. Und dann fingers crossed, dass mein Flug nicht gestrichen wird, denn wenn es hier noch einmal schneien sollte, steht alles still. Im Moment liegt aber zum Glück kein Schnee, und ab morgen sollen die Temperaturen auch noch steigen und dann im Plusbereich bleiben - und VIELLEICHT können wir dann am Sonntag auch Fußball spielen. Die letzten beiden Spiele sind ausgefallen, einmal, weil unsere Gegnermannschaft sich aufgelöst hatte, und letzte Woche dann wegen Wassers auf dem Platz (es hatte getaut und geregnet). Und die Trainingseinheiten sind wegen der Kälte und dem Schnee ausgefallen, wobei wir letzten Dienstag immerhin in der Halle trainieren konnten. Mal sehen, wie es weitergeht....

Und wie es mit mir jetzt weitergeht, steht auch erstmal in den Sternen. Denn einen Referendariatsplatz habe ich leider nicht bekommen, das heißt, dass ich im nächsten halben Jahr mal schauen muss, was ich so mache. Ich werde erstmal ganz in Ruhe meine neue Wohnung einrichten, Ski fahren gehen und dann hoffen, dass ich als Vertretungslehrerin arbeiten und vor dem Ref schon ganz viel Erfahrung sammeln kann. Die Mädels hier haben sich schon gefreut, dass ich im nächsten halben Jahr frei habe, und mir sogar ein Jobangebot gemacht: Eine von ihnen hat ja einen Klamottenladen, in dem könnte ich sofort anfangen zu arbeiten. Würde ich auch sofort machen - wenn der Laden in Berlin wäre ;-) Ehrlich, ich denke in der nächsten Zeit werde ich meine Hauptstadt erstmal nicht mehr für länger verlassen...

Die letzte Woche wird nochmal ganz gut, denke ich: Am Samstag abend geht Lis weg und meine Mädels kommen mich das erste Mal besuchen. Ich werde für sie kochen (jep, wirklich!!). Wir werden das Finale von X-Factor gucken und hoffentlich einen schönen Abend haben. Schon morgen Abend ist Skittles-Night mit den Fußballern. Skittles ist sowas wie Kegeln, nur, dass die Kegel von Hand aufgestellt werden. Ich bin gespannt... Und am Dienstag Abend werde ich mit meinen engsten vier Freundinnen von hier ein privates Abschieds Dinner beim Chinesen machen, bevor dann am Donnerstag die Weihnachtsfeier des Fußballteams ist. Und am Freitag morgen ist dann alles vorbei. Aber keine Sorge - vorher melde ich mich noch mal!

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Smurfs, Snow and a German Christmas Market













Also ich sags mal so: Falls ihr in der nächsten Zeit nichts mehr von mir hören solltet, macht euch keine Sorgen. Mir geht es gut, aber es kann sein, dass wir in den nächsten Tagen eingeschneit werden. Wir sind neun Schneeflocken vom totalen Zusammenbruch des öffentlichen Lebens entfernt. Wenn es heute nacht nochmal 10 Minuten schneit, geht morgen keiner mehr aus der Tür!
Gestern morgen beim Aufwachen stellte ich fest, dass mindestens zwei Zentimeter Schnee gefallen waren, und da musste natürlich zunächst mal festgestellt werden, ob die Schule überhaupt statt findet. Der Untericht konnte zum Glück gerade so durchgeführt werden, aber die after-school-clubs und unser Fußballtraining mussten ausfallen. Und dabei lag kaum Schnee draußen! Sogar ein paar Flüge sind ausgefallen...ich war einigermaßen entsetzt und frage mich nun besorgt, was da in den nächsten Tagen noch auf uns zukommt. Heute nachmittag hat es drei Stunden geschneit, und Lis hat schon angekündigt, morgen nicht zur Arbeit zu fahren, wenn es in der Nacht noch schneit. Ich hoffe bloß, dass das Zeug zum Wochenende wegtaut, damit wir wenigstens Fußball spielen können!

Allem Wetterchaos zum Trotz waren wir gestern in Birmingham auf dem deutschen Weihnachtsmarkt. Seit 10 Jahren kommen Deutsche mit ihren Buden hierher und bringen den Engländern etwas Weihnachtsgemütlichkeit. Es war auch wirklich ganz nett, und es gab viele typisch deutsche Weihnachtsmarktdinge wie Räuchermännchen, Pyramiden und Nussknacker. Trotzdem gefallen mir die echten deutschen Weihnachtsmärkte noch besser, v.a. der in der Berliner Kulturbrauerei. Und hier könnt ihr nachlesen, was die Presse zu dem Ganzen sagt: http://www.spiegel.de/reise/europa/0,1518,666438,00.html

Abends wurde dann gefeiert: Heute ist der Geburtstag einer Fußballerin, und es gab eine Mottoparty : Wir haben uns alle als Schlümpfe verkleidet und sind dann in die Stadt gezogen. Die Fotos sind super geworden, ich werde sie nachreichen, wenn ich sie bekomme. Wir waren erst in einem Pub, danach in einem Club, in dem es richtig gute Tanzmusik gab. Als wir uns gegen 2.30am müde auf zum Parkplatz machten, gab es noch ein Erlebnis, das uns wieder richtig wach gemacht hat: Wir hörten ca. 200m vor uns einen Mann laut rumbrüllen. Jude meinte, wir sollten lieber stehen bleiben, weil wir in seiner Nähe vielleicht nicht sicher wären. Außerdem hat er geschrien: "Hinlegen und Hände über den Kopf!!", das hat uns natürlich sofort schlussfolgern lassen, dass er im Besitz einer Waffe war. Als er also auf uns zugerannt kam, erst langsam, und dann immer schneller (na gut, nicht direkt auf uns zu, sondern eher grob in unsere Richtung), da habe ich mich umgedreht, bin dem Instinkt des Überlebens gefolgt und einfach nur gerannt. Die Mädels, die schon vor mir erkannt hatten, dass der Typ einfach verrückt, aber auf keinen Fall gefährlich ist, haben sich kaputt gelacht. Ich rannte um die Ecke zu den Taxiständen, weil ich einfach fand, dass es besser wäre, irgendwo im Auto zu sitzen, wenn der Kerl anfängt, um sich rumzuschießen. Naja, das Ende vom Lied: Ich traute mich nicht mehr zurück zu den Mädels, weil der Verrückte sich mitten auf die Straße gelegt hatte, um rumzubrüllen, und zwei von ihnen mussten mich abholen.....die ganze Geschichte hat bei den Engländern natürlich für viel Spaß gesorgt, und ich habe mal wieder gemerkt: Mein Überlebenswillen funktioniert einwandfrei. Wie gesagt: Ihr müsst euch um mich keine Sorgen machen, auch wenn wir eingeschneit sind ;-)