Das letzte England-Wochenende war busy busy, und sehr schön. Am Freitag Mittag führte die Klasse von Sascha und deren Parallelklasse in der Schule ihr Krippenspiel auf. Normalerweise würde ich zu so etwas ja nicht gehen, aber weil Sascha mich darum gebeten hatte, habe ich mir das Ganze mal angesehen. Weil die Kinder ja erst 4 oder 5 Jahre alt sind, wurde die Aufführung ohne Text, dafür aber mit Liedern und schönen Kostümen gestaltet. Wirklich nett gemacht, alle Kinder waren mit Spaß bei der Sache, keines hat geheult und nur eines ist auf der
Bühne gestolpert und hingefallen.
Nachmittags bin ich dann mit den Mädels in die Stadt gegangen, und abends auf die Skittles Night vom Fußball. Skittles ist etwas Englandtypisches: Im Prinzip so wie Kegeln, aber die Kugeln sind aus Holz, und die Kegel müssen von Hand wieder aufgestellt werden. Der Fußballverein hatte diesen Abend organisiert, um Geld für neue Trainingsjacken zu sammeln. Zwar waren nicht sehr viele von der Mannschaft da, aber wir hatten trotzdem unseren Spaß. Mein Skittles-Team hat leider nicht gewonnen, aber weil ich mich bei der Siegerehrung einfach ins Siegerteam gestellt habe, habe ich trotzdem eine Medaille bekommen.
Samstag vormittag habe ich auf die Kinder aufgepasst, und nachmittags für das Essen eingekauft, dass ich den Mädels versprochen hatte. Lis ist gegen 18 Uhr losgefahren zu ihrer Freundin, und eine Stunde später waren meine Mädels hier. Ich hatte indisch gekocht: Chicken Korma mit Cous Cous. Die Kinder, die noch wach waren, sind total ausgeflippt, vor allem Sascha, wie immer, wenn Besuch da ist. Die Mädels waren einigermaßen entsetzt, aber für mich war dieses Verhalten keine Überraschung. Unser Abend war aber trotzdem sehr schön, vor allem, nachdem die Kinder endlich im Bett waren.
Sonntag vormittag hatten wir Fußball Training. Das Spiel war wieder mal wegen des Wetters abgesagt worden. Diesmal war das Verfahren aber besonders fragwürdig: Der Trainer des Teams, gegen das wir auswärts hätten spielen sollen ist am Freitag Mittag mit seiner Forke auf das Spielfeld gegangen und hat diese ins Gras gestochen. Und hat festgestellt: Das ist noch etwas zu eisig, um darauf Fußball zu spielen. Das Spiel wurde daraufhin sofort abgesagt - am Freitag Mittag, obwohl es in den nächsten 48 Stunden bei Temperaturen zwischen 5 und 10°C noch extrem taute!! Bad luck for me, 4 Monate und nur 2 Spiele....Dafür haben wir dann am Sonntag draußen trainiert, besser als nichts.
Dienstag wird das letzte Training mit der Mannschaft sein, und Donnerstag sehe ich nochmal alle wieder, wenn wir abends unsere Weihnachtsfeier haben. Aber bis es soweit ist, wird jetzt erstmal noch gearbeitet: Heute habe ich die Kinder den ganzen Tag, Mittwoch den halben und Donnerstag noch einmal den ganzen. Morgen ist dann mein letzter Tag in der Schule und am in drei Tagen werden die Koffer gepackt!
Montag, 13. Dezember 2010
Donnerstag, 9. Dezember 2010
Die letzten Tage England
Nun sind es nur noch 8 Tage England, und ich bin wirklich froh, dass ich bald nach Hause komme. Obwohl ich ja hier wirklich ganz liebe Freundinnen gefunden habe, und diese auch vermissen werde, kann ich es kaum erwarten. Heute war ich das letzte Mal in der Spielgruppe, und auch von meinen Line Dancern musste ich mich gestern schon verabschieden, weil ich nächste Woche dort wahrscheinlich nicht hingehen kann...es geht also los mit den Verabschiedungen. Im Packstress bin ich aber noch lange nicht, dass werde ich nächsten Donnerstag ganz in Ruhe machen. Und dann fingers crossed, dass mein Flug nicht gestrichen wird, denn wenn es hier noch einmal schneien sollte, steht alles still. Im Moment liegt aber zum Glück kein Schnee, und ab morgen sollen die Temperaturen auch noch steigen und dann im Plusbereich bleiben - und VIELLEICHT können wir dann am Sonntag auch Fußball spielen. Die letzten beiden Spiele sind ausgefallen, einmal, weil unsere Gegnermannschaft sich aufgelöst hatte, und letzte Woche dann wegen Wassers auf dem Platz (es hatte getaut und geregnet). Und die Trainingseinheiten sind wegen der Kälte und dem Schnee ausgefallen, wobei wir letzten Dienstag immerhin in der Halle trainieren konnten. Mal sehen, wie es weitergeht....
Und wie es mit mir jetzt weitergeht, steht auch erstmal in den Sternen. Denn einen Referendariatsplatz habe ich leider nicht bekommen, das heißt, dass ich im nächsten halben Jahr mal schauen muss, was ich so mache. Ich werde erstmal ganz in Ruhe meine neue Wohnung einrichten, Ski fahren gehen und dann hoffen, dass ich als Vertretungslehrerin arbeiten und vor dem Ref schon ganz viel Erfahrung sammeln kann. Die Mädels hier haben sich schon gefreut, dass ich im nächsten halben Jahr frei habe, und mir sogar ein Jobangebot gemacht: Eine von ihnen hat ja einen Klamottenladen, in dem könnte ich sofort anfangen zu arbeiten. Würde ich auch sofort machen - wenn der Laden in Berlin wäre ;-) Ehrlich, ich denke in der nächsten Zeit werde ich meine Hauptstadt erstmal nicht mehr für länger verlassen...
Die letzte Woche wird nochmal ganz gut, denke ich: Am Samstag abend geht Lis weg und meine Mädels kommen mich das erste Mal besuchen. Ich werde für sie kochen (jep, wirklich!!). Wir werden das Finale von X-Factor gucken und hoffentlich einen schönen Abend haben. Schon morgen Abend ist Skittles-Night mit den Fußballern. Skittles ist sowas wie Kegeln, nur, dass die Kegel von Hand aufgestellt werden. Ich bin gespannt... Und am Dienstag Abend werde ich mit meinen engsten vier Freundinnen von hier ein privates Abschieds Dinner beim Chinesen machen, bevor dann am Donnerstag die Weihnachtsfeier des Fußballteams ist. Und am Freitag morgen ist dann alles vorbei. Aber keine Sorge - vorher melde ich mich noch mal!
Und wie es mit mir jetzt weitergeht, steht auch erstmal in den Sternen. Denn einen Referendariatsplatz habe ich leider nicht bekommen, das heißt, dass ich im nächsten halben Jahr mal schauen muss, was ich so mache. Ich werde erstmal ganz in Ruhe meine neue Wohnung einrichten, Ski fahren gehen und dann hoffen, dass ich als Vertretungslehrerin arbeiten und vor dem Ref schon ganz viel Erfahrung sammeln kann. Die Mädels hier haben sich schon gefreut, dass ich im nächsten halben Jahr frei habe, und mir sogar ein Jobangebot gemacht: Eine von ihnen hat ja einen Klamottenladen, in dem könnte ich sofort anfangen zu arbeiten. Würde ich auch sofort machen - wenn der Laden in Berlin wäre ;-) Ehrlich, ich denke in der nächsten Zeit werde ich meine Hauptstadt erstmal nicht mehr für länger verlassen...
Die letzte Woche wird nochmal ganz gut, denke ich: Am Samstag abend geht Lis weg und meine Mädels kommen mich das erste Mal besuchen. Ich werde für sie kochen (jep, wirklich!!). Wir werden das Finale von X-Factor gucken und hoffentlich einen schönen Abend haben. Schon morgen Abend ist Skittles-Night mit den Fußballern. Skittles ist sowas wie Kegeln, nur, dass die Kegel von Hand aufgestellt werden. Ich bin gespannt... Und am Dienstag Abend werde ich mit meinen engsten vier Freundinnen von hier ein privates Abschieds Dinner beim Chinesen machen, bevor dann am Donnerstag die Weihnachtsfeier des Fußballteams ist. Und am Freitag morgen ist dann alles vorbei. Aber keine Sorge - vorher melde ich mich noch mal!
Mittwoch, 1. Dezember 2010
Smurfs, Snow and a German Christmas Market
Also ich sags mal so: Falls ihr in der nächsten Zeit nichts mehr von mir hören solltet, macht euch keine Sorgen. Mir geht es gut, aber es kann sein, dass wir in den nächsten Tagen eingeschneit werden. Wir sind neun Schneeflocken vom totalen Zusammenbruch des öffentlichen Lebens entfernt. Wenn es heute nacht nochmal 10 Minuten schneit, geht morgen keiner mehr aus der Tür!
Gestern morgen beim Aufwachen stellte ich fest, dass mindestens zwei Zentimeter Schnee gefallen waren, und da musste natürlich zunächst mal festgestellt werden, ob die Schule überhaupt statt findet. Der Untericht konnte zum Glück gerade so durchgeführt werden, aber die after-school-clubs und unser Fußballtraining mussten ausfallen. Und dabei lag kaum Schnee draußen! Sogar ein paar Flüge sind ausgefallen...ich war einigermaßen entsetzt und frage mich nun besorgt, was da in den nächsten Tagen noch auf uns zukommt. Heute nachmittag hat es drei Stunden geschneit, und Lis hat schon angekündigt, morgen nicht zur Arbeit zu fahren, wenn es in der Nacht noch schneit. Ich hoffe bloß, dass das Zeug zum Wochenende wegtaut, damit wir wenigstens Fußball spielen können!
Allem Wetterchaos zum Trotz waren wir gestern in Birmingham auf dem deutschen Weihnachtsmarkt. Seit 10 Jahren kommen Deutsche mit ihren Buden hierher und bringen den Engländern etwas Weihnachtsgemütlichkeit. Es war auch wirklich ganz nett, und es gab viele typisch deutsche Weihnachtsmarktdinge wie Räuchermännchen, Pyramiden und Nussknacker. Trotzdem gefallen mir die echten deutschen Weihnachtsmärkte noch besser, v.a. der in der Berliner Kulturbrauerei. Und hier könnt ihr nachlesen, was die Presse zu dem Ganzen sagt: http://www.spiegel.de/reise/europa/0,1518,666438,00.html
Abends wurde dann gefeiert: Heute ist der Geburtstag einer Fußballerin, und es gab eine Mottoparty : Wir haben uns alle als Schlümpfe verkleidet und sind dann in die Stadt gezogen. Die Fotos sind super geworden, ich werde sie nachreichen, wenn ich sie bekomme. Wir waren erst in einem Pub, danach in einem Club, in dem es richtig gute Tanzmusik gab. Als wir uns gegen 2.30am müde auf zum Parkplatz machten, gab es noch ein Erlebnis, das uns wieder richtig wach gemacht hat: Wir hörten ca. 200m vor uns einen Mann laut rumbrüllen. Jude meinte, wir sollten lieber stehen bleiben, weil wir in seiner Nähe vielleicht nicht sicher wären. Außerdem hat er geschrien: "Hinlegen und Hände über den Kopf!!", das hat uns natürlich sofort schlussfolgern lassen, dass er im Besitz einer Waffe war. Als er also auf uns zugerannt kam, erst langsam, und dann immer schneller (na gut, nicht direkt auf uns zu, sondern eher grob in unsere Richtung), da habe ich mich umgedreht, bin dem Instinkt des Überlebens gefolgt und einfach nur gerannt. Die Mädels, die schon vor mir erkannt hatten, dass der Typ einfach verrückt, aber auf keinen Fall gefährlich ist, haben sich kaputt gelacht. Ich rannte um die Ecke zu den Taxiständen, weil ich einfach fand, dass es besser wäre, irgendwo im Auto zu sitzen, wenn der Kerl anfängt, um sich rumzuschießen. Naja, das Ende vom Lied: Ich traute mich nicht mehr zurück zu den Mädels, weil der Verrückte sich mitten auf die Straße gelegt hatte, um rumzubrüllen, und zwei von ihnen mussten mich abholen.....die ganze Geschichte hat bei den Engländern natürlich für viel Spaß gesorgt, und ich habe mal wieder gemerkt: Mein Überlebenswillen funktioniert einwandfrei. Wie gesagt: Ihr müsst euch um mich keine Sorgen machen, auch wenn wir eingeschneit sind ;-)
Gestern morgen beim Aufwachen stellte ich fest, dass mindestens zwei Zentimeter Schnee gefallen waren, und da musste natürlich zunächst mal festgestellt werden, ob die Schule überhaupt statt findet. Der Untericht konnte zum Glück gerade so durchgeführt werden, aber die after-school-clubs und unser Fußballtraining mussten ausfallen. Und dabei lag kaum Schnee draußen! Sogar ein paar Flüge sind ausgefallen...ich war einigermaßen entsetzt und frage mich nun besorgt, was da in den nächsten Tagen noch auf uns zukommt. Heute nachmittag hat es drei Stunden geschneit, und Lis hat schon angekündigt, morgen nicht zur Arbeit zu fahren, wenn es in der Nacht noch schneit. Ich hoffe bloß, dass das Zeug zum Wochenende wegtaut, damit wir wenigstens Fußball spielen können!
Allem Wetterchaos zum Trotz waren wir gestern in Birmingham auf dem deutschen Weihnachtsmarkt. Seit 10 Jahren kommen Deutsche mit ihren Buden hierher und bringen den Engländern etwas Weihnachtsgemütlichkeit. Es war auch wirklich ganz nett, und es gab viele typisch deutsche Weihnachtsmarktdinge wie Räuchermännchen, Pyramiden und Nussknacker. Trotzdem gefallen mir die echten deutschen Weihnachtsmärkte noch besser, v.a. der in der Berliner Kulturbrauerei. Und hier könnt ihr nachlesen, was die Presse zu dem Ganzen sagt: http://www.spiegel.de/reise/europa/0,1518,666438,00.html
Abends wurde dann gefeiert: Heute ist der Geburtstag einer Fußballerin, und es gab eine Mottoparty : Wir haben uns alle als Schlümpfe verkleidet und sind dann in die Stadt gezogen. Die Fotos sind super geworden, ich werde sie nachreichen, wenn ich sie bekomme. Wir waren erst in einem Pub, danach in einem Club, in dem es richtig gute Tanzmusik gab. Als wir uns gegen 2.30am müde auf zum Parkplatz machten, gab es noch ein Erlebnis, das uns wieder richtig wach gemacht hat: Wir hörten ca. 200m vor uns einen Mann laut rumbrüllen. Jude meinte, wir sollten lieber stehen bleiben, weil wir in seiner Nähe vielleicht nicht sicher wären. Außerdem hat er geschrien: "Hinlegen und Hände über den Kopf!!", das hat uns natürlich sofort schlussfolgern lassen, dass er im Besitz einer Waffe war. Als er also auf uns zugerannt kam, erst langsam, und dann immer schneller (na gut, nicht direkt auf uns zu, sondern eher grob in unsere Richtung), da habe ich mich umgedreht, bin dem Instinkt des Überlebens gefolgt und einfach nur gerannt. Die Mädels, die schon vor mir erkannt hatten, dass der Typ einfach verrückt, aber auf keinen Fall gefährlich ist, haben sich kaputt gelacht. Ich rannte um die Ecke zu den Taxiständen, weil ich einfach fand, dass es besser wäre, irgendwo im Auto zu sitzen, wenn der Kerl anfängt, um sich rumzuschießen. Naja, das Ende vom Lied: Ich traute mich nicht mehr zurück zu den Mädels, weil der Verrückte sich mitten auf die Straße gelegt hatte, um rumzubrüllen, und zwei von ihnen mussten mich abholen.....die ganze Geschichte hat bei den Engländern natürlich für viel Spaß gesorgt, und ich habe mal wieder gemerkt: Mein Überlebenswillen funktioniert einwandfrei. Wie gesagt: Ihr müsst euch um mich keine Sorgen machen, auch wenn wir eingeschneit sind ;-)
Sonntag, 28. November 2010
Schnee
Gestern morgen bin ich aufgewacht, und es war Winter! Der erste Schnee hat alles überzuckert, es war eisig kalt und die Sonne hat geschienen. Das tolle Wetter habe ich sofort für einen Lauf durch die Schneelandschaft genutzt. Der Schnee ist relativ schnell geschmolzen, aber immerhin war er ein sicheres Anzeichen dafür, dass Weihnachten immer näher rückt - und nächste Woche soll noch mehr Schnee kommen. Mal sehen, wie die Engländer damit so zurecht kommen....
Samstag Nachmittag war ich mit einigen Mädels in Birmingham. Am Dienstag feiert nämlich eine von ihnen Geburtstag, und das Thema ist: Schlumpf. Alle sollen sich als Schlümpfe verkleiden, und dafür brauchten einige noch Klamotten. Aber ich kann euch versichern, ein Primarkt mitten in Birmingham ist nicht der Ort, an dem man sich an einem Samstag Nachmittag aufhalten sollte - es war einfach total überfüllt, und an den Kassen standen die Schlangen kilometerweit. Ich habe mir in Birmingham zwar keine Schlumpfsachen, aber dafür Handschuhe und ein Shirt fürs Fußballspielen gekauft.
Heute morgen lag zwar kein Schnee, dafür hat mir aber das Internet-Thermometer -10°C angezeigt!!! Wahnsinning kalt, wie ich dann auch beim Laufen gemerkt habe. Danach habe ich echt ne Weile gebraucht, um wieder warm zu werden. Trotzdem habe ich es dann gewagt, in die Stadt zu fahren, einige Erledigungen gemacht und ab gings dann mit Wärmflasche und Buch ins Bettchen - den 1. Advent habe ich mit Weihnachtsmusik und Lesen gut rumgekriegt.
Samstag Nachmittag war ich mit einigen Mädels in Birmingham. Am Dienstag feiert nämlich eine von ihnen Geburtstag, und das Thema ist: Schlumpf. Alle sollen sich als Schlümpfe verkleiden, und dafür brauchten einige noch Klamotten. Aber ich kann euch versichern, ein Primarkt mitten in Birmingham ist nicht der Ort, an dem man sich an einem Samstag Nachmittag aufhalten sollte - es war einfach total überfüllt, und an den Kassen standen die Schlangen kilometerweit. Ich habe mir in Birmingham zwar keine Schlumpfsachen, aber dafür Handschuhe und ein Shirt fürs Fußballspielen gekauft.
Heute morgen lag zwar kein Schnee, dafür hat mir aber das Internet-Thermometer -10°C angezeigt!!! Wahnsinning kalt, wie ich dann auch beim Laufen gemerkt habe. Danach habe ich echt ne Weile gebraucht, um wieder warm zu werden. Trotzdem habe ich es dann gewagt, in die Stadt zu fahren, einige Erledigungen gemacht und ab gings dann mit Wärmflasche und Buch ins Bettchen - den 1. Advent habe ich mit Weihnachtsmusik und Lesen gut rumgekriegt.
Montag, 22. November 2010
Das vorletzte Novemberwochenende...
...ist jetzt auch schon vorbei und ich fange an, nicht mehr die Wochen, sondern die Tage zu zählen - mit heute noch 26! Zwar habe ich am Wochenende in Worcester endlich mal einen Coffeeshop gefunden, der ein wenig Berliner Flair hatte (viiiiiieeeeel Auswahl und tolle Ledersofas), aber ich kann es gar nicht mehr erwarten, endlich wieder in die Hauptstadt zu kommen!
Am Samstag abend habe ich im Dom von Worcester ein Chor- und Orchesterkonzert besucht. Die Karte hatte ich mir ja letzte Woche sehr spontan gekauft, und ich muss sagen: Es hat mir total gut gefallen. Wenn ich Klassik im Radio oder auf CD höre, mag ich Chorgesang nicht so gerne, aber live ist das etwas anderes. Besonders beeindruckend waren die Solosänger, die das erste Stück akzentfrei auf Deutsch (es war Mozart und Mendelsohnabend) über die Bühne brachten und mit voluminösen Stimmen überzeugten. Auch das Orchester war gut, wenn auch nicht besonders groß. Das Publikum bestand überwiegend aus älteren Leuten und Familien der Chor- und Orchestermitglieder. Als solche wussten zum Glück alle, dass zwischen den Akten nicht geklatscht wird. Insgesamt war es ein sehr sehr schöner Abend, bis auf den Fakt, dass es im Dom relativ kalt war und ich ziemlich gefroren habe. Als ich danach an der Bushaltestelle mit Wintermantel, Mütze und Handschuhen so vor mich hin zitterte, hielt direkt vor meiner Nase auf einmal eine laaaaaaaaaaange Limosine, und nacheinander kamen ca. 10 jugendliche Mädels (ich würde sie auf 16, 17 schätzen) heraus. Ich bin fast umgefallen vor Entsetzen: Bei ca. 5 Grad hatte jede von ihnen ein miniminimini-Kleidchen an, und 10m Absatzschuhe! Mir wurde direkt beim Zugucken nochmal kälter, aber den Mädels hat das anscheinend gar nichts ausgemacht, dass sie im Winter (ja, so fühlt es sich an) fast nackt draußen herumspringen (obwohl - springen ist vielleicht der falsche Ausdruck, das ist ja unmöglich in diesen Schuhen). Ob die Eltern wussten, dass ihre Kinder viel zu wenig anhatten?!
Am Sonntag stand dann das nächste Fußballspiel auf dem Programm. Es war immer noch richtig kalt, aber bei der Bewegung auf dem Platz hat das eigentlich nichts ausgemacht. Das Spiel hat gut angefangen, und obwohl die gegnerische Mannschaft stärker war als die letzte Woche, konnten wir immerhin 10 Tore erzielen. Ich habe auch eins geschossen und durfte wieder in der Startelf mit dabei sein. Dieses Mal hat Ryan mich auch nicht am Anfang der zweiten Halbzeit vom Platz genommen, sondern wahrscheinlich hätte ich durchspielen dürfen, wenn nicht.....ja, wenn es nicht in der 65. Minute ne Verletzungspause gegeben hätte, und wir durch das lange Rumstehen nicht ziemlich kalt geworden wären. Zwar haben wir versucht, uns ein wenig weiterzubewegen, und Ryan hat uns zwei Bälle gegeben, damit wir warm bleiben, aber der Schiri, der sowieso sehr schlecht gearbeitet hat, verbot diese Art von Erwärmung. Und dann kam es, wie es kommen musste: Gleich beim ersten Sprint nach dieser Pause merkte ich, wie sich mein rechter Oberschenkelmuskel schon wieder so blöd zusammenzog. Aber statt, wie beim letzten Mal, noch 10 Minuten weiterzuspielen, ließ ich mich sofort auswechseln, damit die Verletzung nicht schlimmer wird. Und es hat funktioniert: Heute merke ich gar nichts mehr und hoffe, dass das Bein morgen beim Training hält.
Jetzt steht wieder eine Woche Arbeit bevor, und weil alles so läuft wie immer, gibt es weiter gar nichts Spannendes zu berichten. Außer vielleicht, dass Lis jetzt vor hat, für Selena einen Gameboy zu kaufen, da sie damit im nächsten Jahr dann auch spielen würde - genau wie Sascha, der auch einen hat und super oft damit beschäftigt ist! Selena wird ihren wohl zu Weihnachten bekommen, wenn Lis bis dahin einen billigen findet, und für Sascha hat sie schon ein paar Spiele besorgt, damit er ein wenig Abwechslung hat.
Am Samstag abend habe ich im Dom von Worcester ein Chor- und Orchesterkonzert besucht. Die Karte hatte ich mir ja letzte Woche sehr spontan gekauft, und ich muss sagen: Es hat mir total gut gefallen. Wenn ich Klassik im Radio oder auf CD höre, mag ich Chorgesang nicht so gerne, aber live ist das etwas anderes. Besonders beeindruckend waren die Solosänger, die das erste Stück akzentfrei auf Deutsch (es war Mozart und Mendelsohnabend) über die Bühne brachten und mit voluminösen Stimmen überzeugten. Auch das Orchester war gut, wenn auch nicht besonders groß. Das Publikum bestand überwiegend aus älteren Leuten und Familien der Chor- und Orchestermitglieder. Als solche wussten zum Glück alle, dass zwischen den Akten nicht geklatscht wird. Insgesamt war es ein sehr sehr schöner Abend, bis auf den Fakt, dass es im Dom relativ kalt war und ich ziemlich gefroren habe. Als ich danach an der Bushaltestelle mit Wintermantel, Mütze und Handschuhen so vor mich hin zitterte, hielt direkt vor meiner Nase auf einmal eine laaaaaaaaaaange Limosine, und nacheinander kamen ca. 10 jugendliche Mädels (ich würde sie auf 16, 17 schätzen) heraus. Ich bin fast umgefallen vor Entsetzen: Bei ca. 5 Grad hatte jede von ihnen ein miniminimini-Kleidchen an, und 10m Absatzschuhe! Mir wurde direkt beim Zugucken nochmal kälter, aber den Mädels hat das anscheinend gar nichts ausgemacht, dass sie im Winter (ja, so fühlt es sich an) fast nackt draußen herumspringen (obwohl - springen ist vielleicht der falsche Ausdruck, das ist ja unmöglich in diesen Schuhen). Ob die Eltern wussten, dass ihre Kinder viel zu wenig anhatten?!
Am Sonntag stand dann das nächste Fußballspiel auf dem Programm. Es war immer noch richtig kalt, aber bei der Bewegung auf dem Platz hat das eigentlich nichts ausgemacht. Das Spiel hat gut angefangen, und obwohl die gegnerische Mannschaft stärker war als die letzte Woche, konnten wir immerhin 10 Tore erzielen. Ich habe auch eins geschossen und durfte wieder in der Startelf mit dabei sein. Dieses Mal hat Ryan mich auch nicht am Anfang der zweiten Halbzeit vom Platz genommen, sondern wahrscheinlich hätte ich durchspielen dürfen, wenn nicht.....ja, wenn es nicht in der 65. Minute ne Verletzungspause gegeben hätte, und wir durch das lange Rumstehen nicht ziemlich kalt geworden wären. Zwar haben wir versucht, uns ein wenig weiterzubewegen, und Ryan hat uns zwei Bälle gegeben, damit wir warm bleiben, aber der Schiri, der sowieso sehr schlecht gearbeitet hat, verbot diese Art von Erwärmung. Und dann kam es, wie es kommen musste: Gleich beim ersten Sprint nach dieser Pause merkte ich, wie sich mein rechter Oberschenkelmuskel schon wieder so blöd zusammenzog. Aber statt, wie beim letzten Mal, noch 10 Minuten weiterzuspielen, ließ ich mich sofort auswechseln, damit die Verletzung nicht schlimmer wird. Und es hat funktioniert: Heute merke ich gar nichts mehr und hoffe, dass das Bein morgen beim Training hält.
Jetzt steht wieder eine Woche Arbeit bevor, und weil alles so läuft wie immer, gibt es weiter gar nichts Spannendes zu berichten. Außer vielleicht, dass Lis jetzt vor hat, für Selena einen Gameboy zu kaufen, da sie damit im nächsten Jahr dann auch spielen würde - genau wie Sascha, der auch einen hat und super oft damit beschäftigt ist! Selena wird ihren wohl zu Weihnachten bekommen, wenn Lis bis dahin einen billigen findet, und für Sascha hat sie schon ein paar Spiele besorgt, damit er ein wenig Abwechslung hat.
Mittwoch, 17. November 2010
15:0 und mein erster Hattrick
Am letzten Sonntag war nun mein erstes Spiel für Worcester United, und nach langem Zittern (ich glaube, ich war noch nie so aufgeregt vor einem Fußballspiel) kam dann kurz vor dem Spiel auch die Erlösung: Ich durfte in der Startelf mitspielen. Zwar nicht auf meiner eigentlichen Position, dem linken Mittelfeld, sondern als Unterstützerin für die Torschützin direkt hinter der Sturmspitze. Diese Position hatte ich im Training schon mal ausprobiert, und zusammen mit Ellie, der Stürmerin, klappte das auch wirklich gut.
Die erste Halbzeit war dann auch so, wie der Trainer Ryan sich das vorstellt: Laut Auswertung gestern beim Training waren das die besten 45 Minuten, die er je bei Worcester United gesehen hat - und er wird an die nationalen Zeitungen schreiben, ob die nicht Interesse an einem Bericht über diese unglaubliche Mannschaft hätten. Ich habe mich auf dem Spielfeld auch super wohl gefühlt und habe in der ersten Halbzeit zwei Tore geschossen und drei vorbereitet. Die 45 Minuten kamen mir wie 20 vor, und in der Halbzeitpause war ich überhaupt nicht erschöpft - und froh, dass Ryan mich weiterspielen ließ, denn am Rand standen 5 Auswechselspieler, die alle ihren Einsatz bekommen sollten. Ryan gibt jedem Spieler die Chance, so viel Spielzeit wie möglich zu bekommen (naja, zumindest denen, die es in die Auswahl schaffen, es sind ja immer noch 8 bis 10 Mädels, die sich gar nicht erst umziehen dürfen), weswegen er zur Halbzeitpause oft großflächige Auswechslungen vornimmt. Aber nachdem ich nach ca. 10 Minuten der 2. Halbzeit meinen Hattrick perfekt machte und mein 3. Tor schoss, musste ich doch vom Platz - und war natürlich sehr enttäuscht. Aber Ryan bestätigte mir nochmals, dass mein Auftritt auf dem Platz super war und ich bin deswegen auch für den nächsten Sonntag optimistisch, dass ich spielen darf (auch wenn das Training gestern nicht sooooo toll war). Hier ist der Link zur Website von Worcester United, mit dem Spielbericht vom Sonntag und dem Teamfoto: http://worcesterunitedladies.vpweb.co.uk/MATCH-REPORTS.html
So, genug vom Fußball....am Sonntag Abend war ich mit 5 anderen Mädels (Colette, Di, Ellie, Jude und Em, den "üblichen Verdächtigen") noch beim Chinesen essen. Das Restaurant ist riesig groß, und es gibt dort ein super leckeres Buffet, das sogar recht billig ist. Während wir dort saßen und aßen, wurde auf einmal die Hintergrundmusik ausgeschaltet und dafür das Lied "Happy Birthday" aufgedreht. Nichtsahnend habe ich natürlich lauthals mitgesungen - bis plötzlich der Kellner mit einem Stück Kuchen + Kerze und so einem albernen Partyhut vor mir stand. Ich wollte mich erst wehren und den Irrtum aufklären, aber da sah ich, dass die anderen Mädels so gar nicht überrascht aussahen und ließ mir vom Kellner den Hut aufsetzen und bließ brav die Kerze aus. Und als Ellie mir dann mit den Worten: "English tradition!!!" den Kuchen ins Gesicht drückte, wurde mir vollends klar, welchen fiesen Plan die 5 ausgeheckt hatten. Nein, ich fand es wirklich super lustig und habe mich sehr gut amüsiert!
Nach dem Essen sind wir zu Di gefahren und haben "Wayne Rooney's Street Kick" geguckt, einer Show, in der jugendliche Trickfußballer vor Rooney spielen und um den Sieg in der Show kämpfen - wirklich sehr beeindruckend, was die Jungs und Mädels so drauf haben!!!
Für nächsten Samstag habe ich mir ein Ticket für einen Weihnachtschor im Dom von Worcester gekauft, und als ich Lis davon erzählt habe, fragte sie, ob ich in Berlin auch immer so viel unternehme, und als ich das bejahte, meinte sie: "Siehst du, dein Leben fängt gerade an, und meins geht zu Ende." Als ich entgegnete, dass mit 38 das Leben doch noch lange nicht zu Ende geht, antwortete sie: "Bei mir passiert nicht mehr viel, das glaub mal." Das klingt wirklich depressiv, und ich glaube, dass sie die Hauptschuld dieser Misere, in der sie sich glaubt zu befinden, den Kindern - bzw. sich selbst dafür, dass sie die Kinder bekommen hat - gibt und den Eindruck hat, dass die Kleinen sie daran hindern, das Leben zu führen, dass sie gerne führen würde.
Naja, heute noch genau ein Monat und ich bin weg von hier!!!
Die erste Halbzeit war dann auch so, wie der Trainer Ryan sich das vorstellt: Laut Auswertung gestern beim Training waren das die besten 45 Minuten, die er je bei Worcester United gesehen hat - und er wird an die nationalen Zeitungen schreiben, ob die nicht Interesse an einem Bericht über diese unglaubliche Mannschaft hätten. Ich habe mich auf dem Spielfeld auch super wohl gefühlt und habe in der ersten Halbzeit zwei Tore geschossen und drei vorbereitet. Die 45 Minuten kamen mir wie 20 vor, und in der Halbzeitpause war ich überhaupt nicht erschöpft - und froh, dass Ryan mich weiterspielen ließ, denn am Rand standen 5 Auswechselspieler, die alle ihren Einsatz bekommen sollten. Ryan gibt jedem Spieler die Chance, so viel Spielzeit wie möglich zu bekommen (naja, zumindest denen, die es in die Auswahl schaffen, es sind ja immer noch 8 bis 10 Mädels, die sich gar nicht erst umziehen dürfen), weswegen er zur Halbzeitpause oft großflächige Auswechslungen vornimmt. Aber nachdem ich nach ca. 10 Minuten der 2. Halbzeit meinen Hattrick perfekt machte und mein 3. Tor schoss, musste ich doch vom Platz - und war natürlich sehr enttäuscht. Aber Ryan bestätigte mir nochmals, dass mein Auftritt auf dem Platz super war und ich bin deswegen auch für den nächsten Sonntag optimistisch, dass ich spielen darf (auch wenn das Training gestern nicht sooooo toll war). Hier ist der Link zur Website von Worcester United, mit dem Spielbericht vom Sonntag und dem Teamfoto: http://worcesterunitedladies.vpweb.co.uk/MATCH-REPORTS.html
So, genug vom Fußball....am Sonntag Abend war ich mit 5 anderen Mädels (Colette, Di, Ellie, Jude und Em, den "üblichen Verdächtigen") noch beim Chinesen essen. Das Restaurant ist riesig groß, und es gibt dort ein super leckeres Buffet, das sogar recht billig ist. Während wir dort saßen und aßen, wurde auf einmal die Hintergrundmusik ausgeschaltet und dafür das Lied "Happy Birthday" aufgedreht. Nichtsahnend habe ich natürlich lauthals mitgesungen - bis plötzlich der Kellner mit einem Stück Kuchen + Kerze und so einem albernen Partyhut vor mir stand. Ich wollte mich erst wehren und den Irrtum aufklären, aber da sah ich, dass die anderen Mädels so gar nicht überrascht aussahen und ließ mir vom Kellner den Hut aufsetzen und bließ brav die Kerze aus. Und als Ellie mir dann mit den Worten: "English tradition!!!" den Kuchen ins Gesicht drückte, wurde mir vollends klar, welchen fiesen Plan die 5 ausgeheckt hatten. Nein, ich fand es wirklich super lustig und habe mich sehr gut amüsiert!
Nach dem Essen sind wir zu Di gefahren und haben "Wayne Rooney's Street Kick" geguckt, einer Show, in der jugendliche Trickfußballer vor Rooney spielen und um den Sieg in der Show kämpfen - wirklich sehr beeindruckend, was die Jungs und Mädels so drauf haben!!!
Für nächsten Samstag habe ich mir ein Ticket für einen Weihnachtschor im Dom von Worcester gekauft, und als ich Lis davon erzählt habe, fragte sie, ob ich in Berlin auch immer so viel unternehme, und als ich das bejahte, meinte sie: "Siehst du, dein Leben fängt gerade an, und meins geht zu Ende." Als ich entgegnete, dass mit 38 das Leben doch noch lange nicht zu Ende geht, antwortete sie: "Bei mir passiert nicht mehr viel, das glaub mal." Das klingt wirklich depressiv, und ich glaube, dass sie die Hauptschuld dieser Misere, in der sie sich glaubt zu befinden, den Kindern - bzw. sich selbst dafür, dass sie die Kinder bekommen hat - gibt und den Eindruck hat, dass die Kleinen sie daran hindern, das Leben zu führen, dass sie gerne führen würde.
Naja, heute noch genau ein Monat und ich bin weg von hier!!!
Freitag, 12. November 2010
Fernsehverbot?!
Das Fernsehverbot, dass Sascha heute morgen für drei Tage von seiner Mutter bekommen hat, hat genau bis heute Nachmittag gehalten. Als ich gegen 16.30 Uhr vom Fitnessstudio nach Hause kam, saßen Sascha, Selena und Lis vor der Flimmerkiste. Und - keine große Überraschung - der Apparat in Saschas Zimmer steht auch immer noch an Ort und Stelle. Wenn er morgen früh seine Augen aufschlägt, kann er also wie gewohnt simultan auch den Fernseher anschalten. Wo bleibt da die Konsequenz?!!
Clearance done...
Erst einmal die gute Nachricht der Woche: Meine International Clearance ist endlich durch, und ich darf nun offiziell für jeden englischen Club Fußball spielen. Der Deutsche Fußballbund hatte 30 Tage Zeit, sich auf die Anfrage aus England zu melden, dies hat er nicht getan und - tadaa - die Clearance ist daraufhin automatisch in Kraft getreten. Am Dienstag dann das erste Training, in dem auch ich den andauernden Konkurrenzkampf zu spüren bekommen habe, und gestern die Gewissheit: Ich bin am Sonntag dabei! Ich hoffe natürlich darauf, nicht nur als Auswechselspieler die zweite Halbzeit spielen zu dürfen, sondern möchte in der Startelf beginnen, Daumen drücken, dass das auch klappt.
Sonst läuft hier alles seinen gewohnten Gang: Lis' Leben erhält ab Sonntag Abend nach eigener Aussage wieder einen Sinn, denn dann beginnt im TV die neue Staffel von "Ich bin ein Star, holt mich hier raus. Das Dschungelcamp" (diese Sendung, wo E- bis Z-Prominente im Dschungel Würmer essen müssen oder sich in Badeklamotten in einen Madensarg legen müssen). Und Sascha läuft hier zu Hochtouren auf: Heute morgen hat er sich schon wieder auf den Boden geschmissen, geschrien und hat dann, als er zum Frühstückstisch kam, mit Daumen im Mund und Trotzgesicht vor seinem Porridge gesessen und hat nichts gegessen. Selena hingegen hat alles aufgegessen und dafür von Lis eine Medaille bekommen - das muss Sascha angespornt haben, sodass auch er sich nach ca. 15 Minuten dazu herabließ, sein Frühstück zu essen. Daraufhin erhielt auch er eine Medaille (was mich stark gewundert hat, als er mir diese präsentiert hat). Und als er dann wieder einen Tobsuchtsanfall vom Feinsten hatte, weil er sich nicht entscheiden konnte, welche Schuhe er für den Non-Uniform-Day heute tragen sollte, explodierte Lis und formulierte seine Strafe: Kein Fernsehen heute oder am Wochenende, und der Fernseher aus seinem Zimmer wird entfernt. Dies ist nun eine Herausforderung für beide, und ich bin gespannt, wie sie diese meistern werden.
In der Schule habe ich letzte Woche eine Stunde Sportunterricht miterlebt und kann nur sagen: Das war der schlechteste Sportunterricht, den ich je erlebt habe. Es gab keine Erwärmung, die Kinder wurden in vier Mannschaften eingeteilt, und während zwei Mannschaften gegeneinander versucht haben, Ball zu spielen, waren die anderen beiden Mannschaften unbeschäftigt und turnten auf irgendwelchen Geräten rum, was ihnen eigentlich verboten worden war. Sehr interessant für mich, so etwas einmal mitzuerleben! Wenn wir so etwas in der Uni präsentiert hätten, hätten wir aber ein seeeeeeeeeeeeehr langes Auswertungsgespräch gehabt hinterher, stimmts, Frau Oesterreich ;-)
Heute ist in der Pause eine Lehrerin ohnmächtig geworden (sie hat in letzter Zeit wohl viel Stress, und nimmt auch noch irgendwelche Tabletten, die ihr offensichtlich nicht so gut bekommen). Alle Lehrer waren natürlich sehr besorgt, und wollten sie nach Hause bringen - aber sie wollte unbedingt da bleiben, weil schon ihre Teaching Assistant fehlte und sie ihre Klasse nicht im Stich lassen wollte. Nach Tee, Banane und Keksen versprach sie hoch und heilig, dass es ihr schon besser ginge und war pünktlich zum Unterrichtsbeginn wieder in ihrer Klasse - das nenne ich mal ne Arbeitseinstellung!!
Sonst läuft hier alles seinen gewohnten Gang: Lis' Leben erhält ab Sonntag Abend nach eigener Aussage wieder einen Sinn, denn dann beginnt im TV die neue Staffel von "Ich bin ein Star, holt mich hier raus. Das Dschungelcamp" (diese Sendung, wo E- bis Z-Prominente im Dschungel Würmer essen müssen oder sich in Badeklamotten in einen Madensarg legen müssen). Und Sascha läuft hier zu Hochtouren auf: Heute morgen hat er sich schon wieder auf den Boden geschmissen, geschrien und hat dann, als er zum Frühstückstisch kam, mit Daumen im Mund und Trotzgesicht vor seinem Porridge gesessen und hat nichts gegessen. Selena hingegen hat alles aufgegessen und dafür von Lis eine Medaille bekommen - das muss Sascha angespornt haben, sodass auch er sich nach ca. 15 Minuten dazu herabließ, sein Frühstück zu essen. Daraufhin erhielt auch er eine Medaille (was mich stark gewundert hat, als er mir diese präsentiert hat). Und als er dann wieder einen Tobsuchtsanfall vom Feinsten hatte, weil er sich nicht entscheiden konnte, welche Schuhe er für den Non-Uniform-Day heute tragen sollte, explodierte Lis und formulierte seine Strafe: Kein Fernsehen heute oder am Wochenende, und der Fernseher aus seinem Zimmer wird entfernt. Dies ist nun eine Herausforderung für beide, und ich bin gespannt, wie sie diese meistern werden.
In der Schule habe ich letzte Woche eine Stunde Sportunterricht miterlebt und kann nur sagen: Das war der schlechteste Sportunterricht, den ich je erlebt habe. Es gab keine Erwärmung, die Kinder wurden in vier Mannschaften eingeteilt, und während zwei Mannschaften gegeneinander versucht haben, Ball zu spielen, waren die anderen beiden Mannschaften unbeschäftigt und turnten auf irgendwelchen Geräten rum, was ihnen eigentlich verboten worden war. Sehr interessant für mich, so etwas einmal mitzuerleben! Wenn wir so etwas in der Uni präsentiert hätten, hätten wir aber ein seeeeeeeeeeeeehr langes Auswertungsgespräch gehabt hinterher, stimmts, Frau Oesterreich ;-)
Heute ist in der Pause eine Lehrerin ohnmächtig geworden (sie hat in letzter Zeit wohl viel Stress, und nimmt auch noch irgendwelche Tabletten, die ihr offensichtlich nicht so gut bekommen). Alle Lehrer waren natürlich sehr besorgt, und wollten sie nach Hause bringen - aber sie wollte unbedingt da bleiben, weil schon ihre Teaching Assistant fehlte und sie ihre Klasse nicht im Stich lassen wollte. Nach Tee, Banane und Keksen versprach sie hoch und heilig, dass es ihr schon besser ginge und war pünktlich zum Unterrichtsbeginn wieder in ihrer Klasse - das nenne ich mal ne Arbeitseinstellung!!
Mittwoch, 3. November 2010
"Berlin. Is that in Germany?"
Gestern beim Fußballtraining. Ich unterhalte mich mit einer Spielerin, die fragt, warum ich noch nicht spielen kann und erkläre, dass es Schwierigkeiten mit meiner International Clearance gibt, weil ich noch für einen Club in Berlin spiele. Daraufhin sie: "Berlin. Is that in Germany?" Und ich: "Mh, yeah, it's the capital." Sie: "Oh. Well, I always mix up Berlin and Belfast."
Und dann heute beim Line Dance fragt mich doch tatsächlich meine Lieblingsmittänzerin, ob ich mal Ballett gemacht habe, weil ich mich so anmutig bewege. HA!
Und dann heute beim Line Dance fragt mich doch tatsächlich meine Lieblingsmittänzerin, ob ich mal Ballett gemacht habe, weil ich mich so anmutig bewege. HA!
Malvern Hills
Weil das Fußballspiel am Sonntag ausgefallen ist (das andere Team hatte abgesagt, weil sie nicht genug Spielerinnen zusammen bekommen haben), hatten wir "nur" Training - was für mich natürlich super war, weil ich auf diese Weise auch mal sonntags Fußball spielen konnte.
Nach dem Training sind Colette, Ellie, Jude, Di und ich dann auf die Malvern Hills gefahren. Die Berge sind hier ganz in der Nähe, ca. 30 Minuten mit dem Auto. Und man kann dort wunderbar hinaufwandern (leider sogar ganz ohne klettern) und hat einen tollen Ausblick über Worcestershire, das County, in dem wir uns hier befinden. Und wie ihr seht, haben wir auch viele tolle Fotos gemacht und hatten unseren Spaß dabei...
Nach unserer Wanderung sind wir zu Di nach Hause gefahren, haben lecker Wraps gemacht und das sonntäglich Pflichtprogramm - X-Factor - im TV geguckt. Ein sehr gelungener Halloweensonntag also!
Sonntag, 31. Oktober 2010
A big night out
Am Freitag war es soweit: Ich war auf eine Halloweenparty eingeladen und musste mir also Gedanken darum machen, als was ich mich "verkleiden" sollte. Die Engländer sind ja wirklich mit Leib und Seele dabei bei ihrem Halloween. Schon seit Wochen gibt es alles Mögliche rund um dieses "Fest" zu kaufen, und es gibt sogar eigene Läden, die nur Halloweenzeugs verkaufen....Dieser Umstand hat den Vorteil, dass alles relativ billig ist, schließlich wollte ich mich wegen so einer Party nicht in Unkosten stürzen. Und wie ihr seht, war mein Kostüm am Ende auch relativ einfach, dafür aber wirkungsvoll: Eine Binde, ein bißchen Theaterblut, das wars. Sah sehr echt aus und hat nur 1,27 Pfund gekostet.
Die Party sollte in einem Pub stattfinden, deren Besitzer der Vater einer Freundin einer Freundin und so weiter irgendwie kannte. Insgesamt muss ich sagen: Eine große Enttäuschung. Sehr lame alles, im Pub selbst saßen verkleidete Engländer, die entweder ihre Pommes aßen oder Bier tranken. Sehr gewöhnungsbedürftig für mich, ganze Familien verkleidet zu sehen: Die Mutter als Vampir, der Vater als Geist und das Kind als Hexe, alle mit häßlichen Masken...Es gab weder Musik, zu der getanzt wurde, noch irgend etwas anderes aufregendes, weswegen wir schnell wieder zurück zu einer Fußballerin gefahren sind. Dort haben wir uns die Zeit vertrieben, bis wir uns gegen 23.30 Uhr aufgemacht haben in die Stadt, um erst einmal etwas trinken und dann tanzen zu gehen. Es gab ne Liveband und später Musik vom DJ, die relativ gut war. Wir hatten jede Menge Spaß und waren erst gegen 3 Uhr wieder zurück. Ich habe bei einer Fußballerin übernachtet, damit wir uns das Taxi nach Hause teilen konnten.
Mit Ausschlafen war dann am nächsten Morgen leider nix: Ich musste früh raus, um wieder hierher zu fahren, laufen zu gehen und dann die Kinder zu übernehmen, weil Lis ins Fitnessstudio wollte. Und abends war hier im Dorf ein Halloweenfest in der Dorfhalle, zu der ich mit musste, weil Lis dort arbeitete und ich den ganzen Abend den Kindern hinterherrennen musste. Es gab ein riesengroßes Feuerwerk, währenddessen Selena non-stop geheult hat, und als wir gegen 21 Uhr wieder zu Hause waren, sind beide Kinder dermaßen müde gewesen, dass sie ganz schlimm geweint und gejammert haben. Lis hat sie angeschrien und ins Bett gepackt und ist danach losgefahren zu ihrer Freundin in eine Nachbarstadt, um feiern zu gehen. Sie hat dort übernachtet, kommt erst heute Mittag zurück und freut sich schon darauf, die Kinder dann Mittagsschlaf machen zu lassen, wenn sie hier verkatert rumhängt.
Donnerstag, 28. Oktober 2010
Halloween Vorbereitungen
Weil Lis heute arbeiten war, hatte ich beide Kinder den ganzen Tag. Vormittags haben wir Halloween vorbereitet und einen Kürbis geschnitzt. Dank Saschas Kreativität ist das Ergebnis "the bestest and scariest pumpkin ever". Aus dem Kürbisfleisch habe ich versucht, eine Suppe zu kochen. Dabei ist es dann auch geblieben: Obwohl ich mich mehr oder weniger ans Rezept gehalten hatte, schmeckte das Zeug nach gar nichts mit Zwiebel. Ich habs also weggeschüttet und gebe hiermit das Kochen auf - zumindest hier in England.
Nachmittags haben die Kinder und ich einen langen Spaziergang gemacht - wobei, gegangen bin nur ich, denn Selena saß im Buggy und Sascha hatte sein Fahrrad dabei. Und seitdem (es ist jetzt 19.15 Uhr) spielen die zwei mit Lotti, einem Nachbarsmädchen und ihrem kleinen Bruder Alfie (heißt genau wie unsere Katze ;-)).
Morgen gehe ich auf meine erste Halloweenparty. Eine Fußballerin hat alle eingeladen, und so bin ich losgezogen, und habe mir so etwas wie ein Kostüm besorgt. Ich werde Fotos machen...und bin schong gespannt, wie es wird.
Montag, 25. Oktober 2010
Halbzeitpause in London
8 weeks to go - naja, sogar weniger, denn ich fliege ja an einem Freitag, und nicht an einem Montag. Am 17. Dezember lande ich wieder in Deutschland, den Flug habe ich zusammen mit Papa gebucht. Ich fliege zwar nach Hamburg, weil es von Birmingham keinen Direktflug nach Berlin gibt, aber das gibt mir Gelegenheit, erstmal meine Schwester in Lübeck zu besuchen.
Die Halbzeitpause habe ich bei Kristin in Maidenhead verbracht. Weil Lis und die Kinder übers verlängerte Wochenende in einen Karavanpark irgendwo südlich von hier gefahren sind, hatte auch ich frei und habe die Zeit genutzt, um aus diesem Nest hier mal rauszukommen. Am Freitag morgen bin ich 2,5h hin gefahren und wurde von Kristin und ihrer Freundin Caro, die gerade aus Deutschland zu Besuch war, vom Bahnhof abgeholt. Und natürlich von Libby, einem der drei Au Pair Kinder von Kristin. Die Eltern und die zwei großen Brüder sind seit Dienstag auf Malta, und deswegen spielt Kristin eine ganze Woche lang fulltime mummy für die Kleine (14 Monate). Glücklicherweise hat aber der Opa das Kind Samstag übernommen, sodass wir nach London fahren konnten. London am Wochenende ist aber nicht ganz so einfach, wie man sich das vorstellt: An den Wochenenden werden alle Arbeiten an den Untergrundbahnen erledigt, weswegen ganze Linien gesperrt werden und auf anderen Linien nur sehr eingeschränkter Verkehr gewährleistet wird. So strandeten auch wir schon sehr bald (nach einer U-Bahn Station, um genau zu sein) irgendwo in London, und mussten uns mit dem Bus durchschlagen. Einfach gesagt, aber als wir unseren Bus gefunden hatten, und dieser in die Haltestelle einfuhr, zeigte sich London von seiner schönsten Seite: Ein Mann mit einem Kampfhund an der Leine (ohne Maulkorb) stieg ein. Der Busfahrer verbot ihm den Einstieg mit Hund, aber der Mann machte sich nichts daraus und ist in das obere Busstockwerk gestiegen. Der Busfahrer hatte aber seinen konsequenten Tag und rief daraufhin die Polizei, auf die dann natürlich erstmal gewartet werden musste. Da der nächste Bus nur ein paar Minuten später kommen sollte, sind wir raus und haben wieder gewartet. Und waren froh, als unser Bus um die Ecke bog....ABER er fuhr einfach an der Haltestelle vorbei! Nachdem wir noch eine Weile gewartet hatten, überlegte es sich der Hundehalter anders und stieg doch aus dem Bus aus. Weil aber nun wiederrum der nächste Bus um die Ecke bog, und der erste so unglaublich voll war, stiegen wir in den zweiten. Gerade, als die Türen zugehen und der Bus losfahren wollte - da sprang der Mann mit Hund aus einer Ecke hervor, sprintete zum Bus und stieg ein!!! Wir konnten unser Glück kaum fassen und dachten schon, wir müssten unseren London Tag an dieser windigen Bushaltestelle verbringen. Aber der Busfahrer von diesem Bus störte sich nicht weiter am Mann mit Hund und fuhr los - und ließ uns rätseln, warum und wieso ein Hund im Bus vorher so ein Problem gewesen war!
Wir konnten also doch noch ein paar Dinge sehen und haben das Touri-Programm in Kurzvariante genommen: Oxford Street, Piccadilly Circus, Trafalgar Square, Buckingham Palace, Big Ben (von weitem) und Tower Bridge. Weil Caro und Kristin in der Nacht vorher von Libby wach gehalten worden waren, waren sie entsprechend ko und müde und wir sind relativ früh, gegen 17 Uhr, wieder zurück nach Maidenhead gefahren, wo wir uns einen entspannten Abend gemacht haben.
Am Sonntag morgen bin ich wieder zurück nach Worcester gefahren, damit ich pünktlich zum Anstoß am Spielfeldrand stehen konnte und den Mädels bei ihrem 17:0 Sieg zujubeln konnte. Da sich die Mannschaft erst im April diesen Jahres neu gebildet hat, mussten sie in der untersten Liga einsteigen, und dafür sind die klar überqualifiziert. Was die Spiele einerseits natürlich etwas langweilig macht, aber andererseits haben sie so Zeit, sich auszuprobieren und sich aneinander zu gewöhnen. Und es ist umso frustrierender, nur zugucken zu können!!!
Den Sonntag Abend habe ich dann ganz in Ruhe hier "zu Hause" verbracht. Lis und die Kinder kommen erst heute Nachmittag wieder und ich habe es genossen, das Haus mal ganz für mich zu haben - und heute morgen ausschlafen zu können ;-)
Jetzt werde ich mich den letzten knapp 8 Wochen stellen und denke, dass ich die gut rumkriegen werde. Nächste Woche ist erstmal Halloween, auf das ich schon gespannt bin, und am 5. November ist die Geburtstagsparty einer Fußballerin, auf die ich auch eingeladen bin. Es gibt also immer wieder Dinge, auf die ich mich freuen kann!
Donnerstag, 21. Oktober 2010
Papabesuch
So, jetzt sind diese schönen Tage auch schon wieder vorbei und mein Papa ist wieder zurück in Deutschland. Aber wir hatten wirklich eine tolle Zeit, haben viel Fußball geguckt und Stratford-upon-Avon besucht, mein persönliches England-Highlight!
Letzten Samstag ist er morgens in London gelandet und war dann mittags hier. Zusammen haben wir noch ca. 1 Stunde auf die Kinder aufgepasst, dann kam Lis und hat sie übernommen und wir zwei sind mit dem Fahrrad in die Stadt und in Papas Hotel gefahren, dass wir ihm gebucht hatten. Dort haben wir uns die Laufklamotten übergeworfen und sind erstmal ein Stündchen joggen gewesen. Abends sind wir dann in verschiedenen Pubs gewesen und haben Fußball geguckt (die englische Liga).
Sonntag morgen mussten wir früh raus, joggen, und dann ab zum Fußball nach Hereford: Meine Mädels hatten dort ein Auswärtsspiel, und das haben wir uns angesehen. Meine Freundin hat uns netterweise im Auto mitgenommen, und als wir dann im Konvoi mit den anderen Spielerinnen und dem Trainer auf dem Weg durch die Stadt an einer Bahnschranke warten mussten, erinnerte sich Ellie sofort an das Spiel, dass ich ihnen auf den Weg in den Vergnügungspark letzte Woche beigebracht hatte: Man rät, ob der Zug von rechts oder links kommt, und wenn man verloren hat, muss man ganz schnell aus dem Auto springen, eine Runde rumlaufen und wieder rein springen, bevor die Schranke sich öffnet. Wir haben also alle unsere Tips abgegeben und als der Zug kam, mussten drei oder vier von uns dann ums Auto laufen. Die Spielerinnen, die vor und hinter uns in den Autos saßen, haben sich darüber gewundert, sind dann aber auch ausgestiegen und um ihre Autos gelaufen - ohne zu wissen, warum eigentlich! War auf jeden Fall eine sehr lustige Aktion auf dem Weg zum Spiel.
Weil ich ja leider immer noch nicht spielen darf, bleibt mir nichts anderes übrig, als jeden Sonntag am Spielfeldrand zu stehen und sie wenigstens anzufeuern. Diesmal hat es allerdings nichts gebracht: Die Mädels haben 2:1 verloren, obwohl sie eigentlich die bessere Mannschaft waren.
Abends hatte Lis Papa und mich zum Essen eingeladen. Sie hat Hühnchen mit Gemüse gemacht, also "Sunday Roast", und nachdem wir auch das hinter uns gebracht hatten, sind wir zwei wieder in die Stadt, um im Pub Fußball zu gucken (die italienische Liga) und Billiard zu spielen.
Montag musste ich arbeiten, und Papa war auch hier und hat mir mit den Kindern geholfen. Nachmittags waren wir auf dem Spielplatz, und Papa und Sascha haben eine Feuerstelle gebaut, die Sascha unbedingt seiner Mama zeigen wollte. Er hat ihr ganz aufgeregt davon erzählt, und wollte, dass sie mit ihm am nächsten Tag auf den Spielplatz geht, um es ihr zu zeigen. Leider hat Lis das dann aber nicht gemacht, und Sascha war etwas enttäuscht darüber. Am Montag abend wollten wir eigentlich in einer Halle in Birmingham Fußball mit den Mädels spielen, aber weil das ausgefallen ist, sind wir in den Laufclub gefahren. Ich habe Papa die Tännminitemeilinggruppe rausgesucht und bin selbst wieder bei den Äihtfortiefeiwer mitgelaufen. Nach einer Stunde haben wir uns wiedergetroffen und Papa hat es, trotz anfänglicher Bedenken, sehr gut gefallen, in der Gruppe zu laufen.
Ich habe dann in Papas Hotel mit übernachtet, damit wir am nächsten Morgen (Dienstag) gleich früh losstarten konnten: Nach Stratford. Die Bahnfahrt dorthin dauert etwas über zwei Stunden, weil man über Birmingham fahren muss, und so waren wir mittags dort. Die Stadt hat mich mit ihren schönen alten englischen Häuschen sofort beeindruckt. Alles ist auf Shakespeare ausgerichtet, es gibt natürlich zahlreiche Shops, die Andenken, Bücher oder Schokolade aus Shakespeares Zeiten verkaufen. Und sein Geburtshaus steht mitten in der Haupteinkaufsstraße. Weil der Eintritt relativ teuer war und Papa schon einmal dort gewesen ist, bin ich alleine in Shakespeares Geburtshaus gegangen und habe unglaublich viel über den Dichter erfahren - und sofort ganz viele Ideen für eine Klassenfahrt gehabt, die man mit Oberstufenschülern nach Stratford machen könnte. Wir haben uns auch das Grab Shakespeares in der städtischen Kirche angesehen und das Denkmal, dass für ihn gebaut wurde. Leider hatten wir keinen Fotoapparat mit, aber Bilder von Stratford gibt es im Internet zur Genüge, falls ihr interessiert seid...
Abends sind wir wieder zurück gefahren, und in Birmingham mussten wir uns trennen: Papa ist mit dem Bus nach London gefahren, von wo aus am Mittwoch ganz früh sein Flugzeug zurück nach Berlin ging, und ich bin nach Worcester gefahren, wo ich 7:30pm Training hatte.
Morgen fahre ich ganz früh in die Nähe von London nach Maidenhead, um endlich Kristin zu besuchen (wenn ich schon keinen eigenen Besuch mehr haben darf, fahre ich eben selbst weg...). Ich werde bis Sonntag bleiben und dann schauen, wie sich die nächste Woche gestaltet. Denn Sascha hat dann Ferien, und eigentlich soll der Vater die Kinder ein paar Tage nehmen. Aber ob das klappt, steht noch nicht so genau fest. Ich werde das also ganz in Ruhe abwarten und auf mich zukommen lassen. Und euch natürlich auf dem Laufenden halten!
Letzten Samstag ist er morgens in London gelandet und war dann mittags hier. Zusammen haben wir noch ca. 1 Stunde auf die Kinder aufgepasst, dann kam Lis und hat sie übernommen und wir zwei sind mit dem Fahrrad in die Stadt und in Papas Hotel gefahren, dass wir ihm gebucht hatten. Dort haben wir uns die Laufklamotten übergeworfen und sind erstmal ein Stündchen joggen gewesen. Abends sind wir dann in verschiedenen Pubs gewesen und haben Fußball geguckt (die englische Liga).
Sonntag morgen mussten wir früh raus, joggen, und dann ab zum Fußball nach Hereford: Meine Mädels hatten dort ein Auswärtsspiel, und das haben wir uns angesehen. Meine Freundin hat uns netterweise im Auto mitgenommen, und als wir dann im Konvoi mit den anderen Spielerinnen und dem Trainer auf dem Weg durch die Stadt an einer Bahnschranke warten mussten, erinnerte sich Ellie sofort an das Spiel, dass ich ihnen auf den Weg in den Vergnügungspark letzte Woche beigebracht hatte: Man rät, ob der Zug von rechts oder links kommt, und wenn man verloren hat, muss man ganz schnell aus dem Auto springen, eine Runde rumlaufen und wieder rein springen, bevor die Schranke sich öffnet. Wir haben also alle unsere Tips abgegeben und als der Zug kam, mussten drei oder vier von uns dann ums Auto laufen. Die Spielerinnen, die vor und hinter uns in den Autos saßen, haben sich darüber gewundert, sind dann aber auch ausgestiegen und um ihre Autos gelaufen - ohne zu wissen, warum eigentlich! War auf jeden Fall eine sehr lustige Aktion auf dem Weg zum Spiel.
Weil ich ja leider immer noch nicht spielen darf, bleibt mir nichts anderes übrig, als jeden Sonntag am Spielfeldrand zu stehen und sie wenigstens anzufeuern. Diesmal hat es allerdings nichts gebracht: Die Mädels haben 2:1 verloren, obwohl sie eigentlich die bessere Mannschaft waren.
Abends hatte Lis Papa und mich zum Essen eingeladen. Sie hat Hühnchen mit Gemüse gemacht, also "Sunday Roast", und nachdem wir auch das hinter uns gebracht hatten, sind wir zwei wieder in die Stadt, um im Pub Fußball zu gucken (die italienische Liga) und Billiard zu spielen.
Montag musste ich arbeiten, und Papa war auch hier und hat mir mit den Kindern geholfen. Nachmittags waren wir auf dem Spielplatz, und Papa und Sascha haben eine Feuerstelle gebaut, die Sascha unbedingt seiner Mama zeigen wollte. Er hat ihr ganz aufgeregt davon erzählt, und wollte, dass sie mit ihm am nächsten Tag auf den Spielplatz geht, um es ihr zu zeigen. Leider hat Lis das dann aber nicht gemacht, und Sascha war etwas enttäuscht darüber. Am Montag abend wollten wir eigentlich in einer Halle in Birmingham Fußball mit den Mädels spielen, aber weil das ausgefallen ist, sind wir in den Laufclub gefahren. Ich habe Papa die Tännminitemeilinggruppe rausgesucht und bin selbst wieder bei den Äihtfortiefeiwer mitgelaufen. Nach einer Stunde haben wir uns wiedergetroffen und Papa hat es, trotz anfänglicher Bedenken, sehr gut gefallen, in der Gruppe zu laufen.
Ich habe dann in Papas Hotel mit übernachtet, damit wir am nächsten Morgen (Dienstag) gleich früh losstarten konnten: Nach Stratford. Die Bahnfahrt dorthin dauert etwas über zwei Stunden, weil man über Birmingham fahren muss, und so waren wir mittags dort. Die Stadt hat mich mit ihren schönen alten englischen Häuschen sofort beeindruckt. Alles ist auf Shakespeare ausgerichtet, es gibt natürlich zahlreiche Shops, die Andenken, Bücher oder Schokolade aus Shakespeares Zeiten verkaufen. Und sein Geburtshaus steht mitten in der Haupteinkaufsstraße. Weil der Eintritt relativ teuer war und Papa schon einmal dort gewesen ist, bin ich alleine in Shakespeares Geburtshaus gegangen und habe unglaublich viel über den Dichter erfahren - und sofort ganz viele Ideen für eine Klassenfahrt gehabt, die man mit Oberstufenschülern nach Stratford machen könnte. Wir haben uns auch das Grab Shakespeares in der städtischen Kirche angesehen und das Denkmal, dass für ihn gebaut wurde. Leider hatten wir keinen Fotoapparat mit, aber Bilder von Stratford gibt es im Internet zur Genüge, falls ihr interessiert seid...
Abends sind wir wieder zurück gefahren, und in Birmingham mussten wir uns trennen: Papa ist mit dem Bus nach London gefahren, von wo aus am Mittwoch ganz früh sein Flugzeug zurück nach Berlin ging, und ich bin nach Worcester gefahren, wo ich 7:30pm Training hatte.
Morgen fahre ich ganz früh in die Nähe von London nach Maidenhead, um endlich Kristin zu besuchen (wenn ich schon keinen eigenen Besuch mehr haben darf, fahre ich eben selbst weg...). Ich werde bis Sonntag bleiben und dann schauen, wie sich die nächste Woche gestaltet. Denn Sascha hat dann Ferien, und eigentlich soll der Vater die Kinder ein paar Tage nehmen. Aber ob das klappt, steht noch nicht so genau fest. Ich werde das also ganz in Ruhe abwarten und auf mich zukommen lassen. Und euch natürlich auf dem Laufenden halten!
Freitag, 15. Oktober 2010
Line Dance and Family Life
Das zweite Mal bin ich diese Woche zum Line Dance gegangen - einer Veranstaltung bei der ich in Berlin niemals auf die Idee kommen würde, dieser beizuwohnen. Aber hier ist alles anders, und weil mein Mittwoch Abend noch nicht verplant war und ich letzte Woche so begeistert von den lieben Menschen war, habe ich beschlossen, regelmäßig hinzugehen. Man stelle sich also vor: Ein kleines Dorf im Nirgendwo, in dem eine Gemeindehalle steht. In dieser Gemeindehalle treffen sich jeden Mittwoch nach Einbruch der Dunkelheit ca. 15 Menschen zwischen 50 und 75 Jahren zum Tanzen. Der Leiter der Gruppe hat ein Mikrophon vor dem Mund, ähnlich dem, die die Profs in der Uni immer benutzen. Weil Line Dance aus dem Amerikanischen kommt, hängt vorne an der Musikanlage eine amerikanische Flagge, wie in einem alten Hollywood-Streifen (auch die ältere, geschminkte Frau mit den blond gefärbten und geföhnten Haaren ist da).
Wenn es losgeht, stellen sich die 3 Männer und 12 Frauen zwischen 50 und 75 (und neuerdings auch ich) in Linien/Reihen auf, und los gehts: Zu "moderner" Musik (die neuesten Songs sind ca. 2 Jahre alt) oder zu Beatles-Songs wird in Blockaufstellung und ohne eine emotionale Regung der Gesichtsmuskeln oder der Oberkörper getanzt. Wahlweise können die Hände, da sie beim Line Dance nicht gebraucht werden, auch in die Hosentaschen gesteckt werden. Zwischendurch wird immer mal wieder Pause gemacht, damit sich alle ein bißchen unterhalten können. Wie gesagt, die Leute dort sind sowas von lieb: Gestern haben sie sich darum gestritten, wer mich nach Hause fahren darf, weil sie es zu gefährlich fanden, mich nachts 21.30 Uhr noch durchs ganze Dorf laufen zu lassen (gut, es gibt keine Straßenlaternen, aber ich hatte ne Taschenlampe - und soooo groß ist ja das Dorf nicht).
Das Tanzen an sich ist aber auch ganz nett. Vor allem ist es etwas komplizierter, sodass mein Gehirn endlich auch mal ein bißchen etwas zu tun bekommt. Nach zwei Stunden ist das Tanzen dann vorbei und alle verabschieden sich, um in der nächsten Woche hoffentlich gesund wieder zu kommen.
Und nun noch ein paar Schilderungen aus dem Family Life, damit ihr eine Vorstellung davon bekommt, wie es sich hier so lebt. Selena hat seit ungefähr einer Woche eine ganz schlimme Phase. Sie hört noch weniger als vorher auf das, was wir ihr sagen (dass sie z.B. nicht alleine raus gehen soll, sich nicht immer die Schuhe der Mutter anziehen soll, nicht auf der Treppe spielen soll) und sagt entweder gar nichts oder "no", und macht dann fröhlich weiter. Hindert man sie dann daran, dass zu tun was sie möchte, haut oder kneift sie uns, schmeißt sich dann auf den Boden und schreit aus vollem Halse. Gestern war ich ja wieder in der Spielgruppe, und wieder mal hat sie nicht mit den anderen Kindern gespielt. Weil aber ein Mädchen einen Spielbuggy hatte, hat sie die Kleine geschubst, gekniffen, und wollte sich gerade den Buggy unter den Nagel reißen, als ich sie davon abgehalten habe (Folge: Geschrei...).
Sascha hingegen war heute sehr lieb, aber gestern gab es draußen einen kleinen Zwischenfall: Er hat nämlich vor dem Haus mit ein paar Nachbarskindern gespielt. Alle hatten Roller oder Fahrräder dabei und haben ein Wettrennen gemacht. Weil ein Mädchen aber schon 6 und damit 2 Jahre älter als Sascha ist, hat sie immer gewonnen. Jedesmal, wenn Sascha sah, dass er keine Chance auf den Sieg hat, hat er angehalten, das Fahrrad auf den Boden geschmissen und sich daneben gelegt. Nachdem er das dreimal gemacht und ich ihn zweimal gewarnt habe, habe ich ihm das Fahrrad weggenommen, woraufhin er sich in eine Ecke gesetzt hat, den Daumen in den Mund gesteckt, den Kopf immer wieder an dort aufgestapelte Autoreifen geschlagen und gesagt hat: "I'm the silliest boy ever.". Wenn eine Tür oder eine Wand in der Nähe ist, schlägt er seinen Kopf auch dagegen, oder er haut sich selbst. In solchen Momenten kann man nicht mit ihm reden, weil die einzige Reaktion heftiges Geschrei oder Wutausbrüche sind. Erst nach einer Weile kann er sich dann beruhigen.
Und weil das alles so ist, und v.a. weil Selena wirklich super anstrengend ist zur Zeit ist Lis mit den Nerven ein bißchen am Ende. Die Kinder waren ja Anfang der Woche drei Tage beim Vater, aber Sascha hatte dort wohl ein bißchen Heimweh und wollte nach Hause zur Mami. Und als er sich dann morgens am Frühstückstisch mal nicht gut benommen hat, meinte Lis zu ihm: "Wenn du nicht artig bist, schicke ich dich wieder zu deinem Vater." Und heute hat sie gestöhnt: "Ich wünschte, ich hätte die Kinder schon mit 18 oder 20 Jahren gehabt, dann wären sie jetzt 18 und ich hätte meine Ruhe." Sie sieht auch, dass sie ihre Kinder zu oft anschreit und zu häufig mit ihnen schimpft, aber sie kann es nicht ändern. Das tut mir sehr leid, für alle, weil ihr offensichtlich alles so unglaublich schwer fällt, und sie an ihren Kindern keine Freude zu haben scheint. Dadurch gibt es kein harmonisches Familienleben, eher wird jeder Tag als neuer Kampf betrachtet. Denn auch ihr Job (Sozialarbeiterin in einem Krankenhaus) scheint Lis keinen Spaß zu machen: Wegen einer Erkältung hatte sie sich Montag und gestern krank gemeldet, war aber den ganzen Tag auf den Beinen und wäre auch abends mit einem Nachbarn ausgegangen, wenn der sich nicht im Datum der Veranstaltung gerirrt hätte.
Manchmal fühle ich mich deswegen unwohl, aber weil ich außerhalb des Hauses viel Ablenkung habe, ist es okay. Und diese Woche sowieso: Denn morgen kommt Papi für vier Tage zu Besuch!!
Wenn es losgeht, stellen sich die 3 Männer und 12 Frauen zwischen 50 und 75 (und neuerdings auch ich) in Linien/Reihen auf, und los gehts: Zu "moderner" Musik (die neuesten Songs sind ca. 2 Jahre alt) oder zu Beatles-Songs wird in Blockaufstellung und ohne eine emotionale Regung der Gesichtsmuskeln oder der Oberkörper getanzt. Wahlweise können die Hände, da sie beim Line Dance nicht gebraucht werden, auch in die Hosentaschen gesteckt werden. Zwischendurch wird immer mal wieder Pause gemacht, damit sich alle ein bißchen unterhalten können. Wie gesagt, die Leute dort sind sowas von lieb: Gestern haben sie sich darum gestritten, wer mich nach Hause fahren darf, weil sie es zu gefährlich fanden, mich nachts 21.30 Uhr noch durchs ganze Dorf laufen zu lassen (gut, es gibt keine Straßenlaternen, aber ich hatte ne Taschenlampe - und soooo groß ist ja das Dorf nicht).
Das Tanzen an sich ist aber auch ganz nett. Vor allem ist es etwas komplizierter, sodass mein Gehirn endlich auch mal ein bißchen etwas zu tun bekommt. Nach zwei Stunden ist das Tanzen dann vorbei und alle verabschieden sich, um in der nächsten Woche hoffentlich gesund wieder zu kommen.
Und nun noch ein paar Schilderungen aus dem Family Life, damit ihr eine Vorstellung davon bekommt, wie es sich hier so lebt. Selena hat seit ungefähr einer Woche eine ganz schlimme Phase. Sie hört noch weniger als vorher auf das, was wir ihr sagen (dass sie z.B. nicht alleine raus gehen soll, sich nicht immer die Schuhe der Mutter anziehen soll, nicht auf der Treppe spielen soll) und sagt entweder gar nichts oder "no", und macht dann fröhlich weiter. Hindert man sie dann daran, dass zu tun was sie möchte, haut oder kneift sie uns, schmeißt sich dann auf den Boden und schreit aus vollem Halse. Gestern war ich ja wieder in der Spielgruppe, und wieder mal hat sie nicht mit den anderen Kindern gespielt. Weil aber ein Mädchen einen Spielbuggy hatte, hat sie die Kleine geschubst, gekniffen, und wollte sich gerade den Buggy unter den Nagel reißen, als ich sie davon abgehalten habe (Folge: Geschrei...).
Sascha hingegen war heute sehr lieb, aber gestern gab es draußen einen kleinen Zwischenfall: Er hat nämlich vor dem Haus mit ein paar Nachbarskindern gespielt. Alle hatten Roller oder Fahrräder dabei und haben ein Wettrennen gemacht. Weil ein Mädchen aber schon 6 und damit 2 Jahre älter als Sascha ist, hat sie immer gewonnen. Jedesmal, wenn Sascha sah, dass er keine Chance auf den Sieg hat, hat er angehalten, das Fahrrad auf den Boden geschmissen und sich daneben gelegt. Nachdem er das dreimal gemacht und ich ihn zweimal gewarnt habe, habe ich ihm das Fahrrad weggenommen, woraufhin er sich in eine Ecke gesetzt hat, den Daumen in den Mund gesteckt, den Kopf immer wieder an dort aufgestapelte Autoreifen geschlagen und gesagt hat: "I'm the silliest boy ever.". Wenn eine Tür oder eine Wand in der Nähe ist, schlägt er seinen Kopf auch dagegen, oder er haut sich selbst. In solchen Momenten kann man nicht mit ihm reden, weil die einzige Reaktion heftiges Geschrei oder Wutausbrüche sind. Erst nach einer Weile kann er sich dann beruhigen.
Und weil das alles so ist, und v.a. weil Selena wirklich super anstrengend ist zur Zeit ist Lis mit den Nerven ein bißchen am Ende. Die Kinder waren ja Anfang der Woche drei Tage beim Vater, aber Sascha hatte dort wohl ein bißchen Heimweh und wollte nach Hause zur Mami. Und als er sich dann morgens am Frühstückstisch mal nicht gut benommen hat, meinte Lis zu ihm: "Wenn du nicht artig bist, schicke ich dich wieder zu deinem Vater." Und heute hat sie gestöhnt: "Ich wünschte, ich hätte die Kinder schon mit 18 oder 20 Jahren gehabt, dann wären sie jetzt 18 und ich hätte meine Ruhe." Sie sieht auch, dass sie ihre Kinder zu oft anschreit und zu häufig mit ihnen schimpft, aber sie kann es nicht ändern. Das tut mir sehr leid, für alle, weil ihr offensichtlich alles so unglaublich schwer fällt, und sie an ihren Kindern keine Freude zu haben scheint. Dadurch gibt es kein harmonisches Familienleben, eher wird jeder Tag als neuer Kampf betrachtet. Denn auch ihr Job (Sozialarbeiterin in einem Krankenhaus) scheint Lis keinen Spaß zu machen: Wegen einer Erkältung hatte sie sich Montag und gestern krank gemeldet, war aber den ganzen Tag auf den Beinen und wäre auch abends mit einem Nachbarn ausgegangen, wenn der sich nicht im Datum der Veranstaltung gerirrt hätte.
Manchmal fühle ich mich deswegen unwohl, aber weil ich außerhalb des Hauses viel Ablenkung habe, ist es okay. Und diese Woche sowieso: Denn morgen kommt Papi für vier Tage zu Besuch!!
Mittwoch, 13. Oktober 2010
Alton Towers
Die erste gute Nachricht dieser Woche: Die Heizungen wurden endlich ausgetauscht. Eigentlich hätte das schon vor drei oder vier Wochen passieren sollen, aber die Bauarbeiter sind dann doch nicht gekommen (das ist typisch für England), und nun wurden neue (also Bauarbeiter) bestellt, die seit Montag hier im Haus sind und alle Heizkörper austauschen, sodass bald geheizt werden kann. Darüber bin ich sehr froh, denn mittlerweile haben wir Temperaturen um die 10Grad, was meiner Meinung nach schon ganz schön kalt ist. Ich friere draußen und auch im Haus - aber das ändert sich hoffentlich bald.
Gestern bin ich mit drei Fußballermädels zu den Alton Towers gefahren, einem Vergnügungspark. Mit dem Auto haben wir dorthin zwei Stunden gebraucht, weswegen wir auch ziemlich früh los sind, um viiiiieeeel Zeit dort zu haben. Und es war wirklich klasse. Der Park war nicht sehr voll, sodass wir an den Fahrgeschäften nur jeweils 10 bis 30 Minuten anstehen mussten. Ich habe alles mitgemacht, auch wenn mir bei einigen Sachen nicht wohl zumute war: Bei der Achterbahn, deren Gondeln sich während der Fahrt in sich gedreht haben, oder bei "Air", einer Achterbahn, deren Sitze sich vor der Fahrt um 90 Grad neigen, sodass man Superman-ähnlich im Liegen fährt. Da hatte ich ein bißchen Angst, dass die blöden Gurte versagen...Und gerade, als die Mädels mich überredet hatten, auch noch das Schlimmste aller Fahrgeschäfte zu nehmen, diese Kopfüber-Schaukel, ist diese zum Glück für mich stecken geblieben (siehe Foto). Als das Karussel ausging, hing es glücklicherweise gerade nicht über Kopf, aber es hat schon ne Weile gedauert, die Leute dort runterzuholen.
Wir haben auch Fahrfotos gekauft, auf denen mein leicht angespannter Gesichtsausdruck während der Karusselfahrt sieht - die werden mal nachgereicht, wenn ich sie bekomme. Hier jetzt erstmal eine kleine Fotoauswahl: Der Park ist schon geschmückt für Halloween, Ellie hat beim Ball-in-den-Eimer-werfen ein Plüschtier gewonnen (das arme Ding hat leider das Swollen-Head-Syndrome), und die drei Mädels, mit denen ich unterwegs war: Jude, Di und Ellie.
Es war zwar etwas kalt, und am Ende des Tages waren wir auch ziemlich erschöpft und müde, aber es war wirklich toll im Park. Wir sind gegen 17 Uhr zurück gefahren, weil wir ja pünktlich halb 8 auf dem Platz stehen mussten: Training. Das lief gestern für mich auch echt super, und ich hoffe sehr, dass meine International Clearance diese Woche fertig wird, sodass ich ENDLICH auch mal spielen kann...
Heute war ich wieder mal in der Schule, und gleich werde ich Sascha von dort abholen. Er und Selena waren die letzten zwei Tage beim Vater, weil hier im Haus wirklich Chaos herrschte. Lis hat mir vorhin erzählt, dass Sascha gestern abend angerufen hat um zu fragen, ob er nach Hause kommen darf. Lis meint aber, das würde er sagen, um ihr einen Gefallen zu tun, weil er weiß, dass sie den Vater nicht ausstehen kann - er wäre da also sehr zwiegespalten. Der arme kleine Kerl, mit 4 Jahren kriegt er schon viel zu viel mit vom Streit seiner Eltern!
Freitag, 8. Oktober 2010
Schwesternbesuch
Sooooo, jetzt habe ich lange nichts mehr von mir hören lassen, aber das hatte auch den besten Grund: Meine Schwester und mein Schwager waren nämlich ein paar Tage hier zu Besuch. Leider sind sie gestern wieder losgefahren, aber die Zeit mit ihnen war echt toll. Der Reihe nach...
Letzten Sonntag waren wir bei einer Freundin von Lis zum "Sunday Roast" eingeladen, einem Sonntagsessen bestehend aus Fleisch, ganz vielen verschiedenen Gemüsearten, Yorkshire-Pudding (so ne Art Blätterteig) und Röstkartoffeln. Die Eltern der Freundin und deren drei Jungs waren auch da, sodass es am Tisch etwas eng war, aber trotzdem sehr sehr nett. Nach dem Essen kam im Fernseher "X-Factor", Deutschland sucht den Superstar für England, voll angesagt. Und weil wir es bis zum Beginn der Sendung nicht mehr nach Hause geschafft hätten, sind wir eben da geblieben. Die Kinder, die normalerweise um 7 Uhr ins Bett gehen, mussten deswegen bis 9 Uhr wach bleiben. Dementsprechend war Sascha dann am nächsten Tag in der Schule und am Nachmittag. Die Priorität hätte meiner Meinung nach hier an einer anderen Stelle liegen sollen!!!
Montag war es dann endlich soweit: Jaschke und Bente sind eingeflogen und wurden von Lis aus Birmingham abgeholt. Nachmittags halb vier waren die zwei hier. Weil untypischerweise superschönes Wetter war, haben wir uns gleich mal die Kids geschnappt und sind mit ihnen auf den Spielplatz gegangen. Sascha und Selena hatten viel Spaß damit, alle Kastanien aufzusammeln, die ich von einem Baum geschüttelt hatte und diese auf einen Kastanienhaufen zu schmeißen. Abends kam Lis, die zwischendurch noch beim Arzt war, mit Fish and Chips nach Hause und wir haben gemeinsam Abendbrot gegessen. Dabei kamen Jaschke und Bente auch gleich in den Genuß einiger Lebensweisheiten von Lis: Keine Kinder, und wenn, dann nur eins, aber bitte nicht so bald, wenn man Kinder hat, ist das Leben quasi vorbei. Heute meinte sie übrigens: Was habe ich bloß falsch gemacht im Leben, dass ich diese Kinder habe?!
Nun ja, abends haben wir jedenfalls zusammen Siedler gespielt und sind dann relativ früh, gegen 23Uhr ins Bettchen. Denn....
...am Dienstag haben wir einen wunderschönen Tag in Worcester verbracht. Wir sind morgens mit dem Bus hin, wobei Studenten umsonst mitfahren durften (bin ich ja nun leider nicht mehr - Jaschke, vergiss nicht, mir deinen Ausweis zu kopieren) und haben erstmal einen kleinen Bummel durch die Innenstadt gemacht. Ich habe Jaschke den schönsten Klamottenladen gezeigt, und ihr zum Geburtstag eine tolle Hose und eine schöne Strickjacke geschenkt. Ich selbst habe mir mal wieder nen Rock gekauft. Mittags haben wir dann im Pizza Hut "All you can eat" Buffett gehabt und uns dann mit vollen Bäuchen an den Kanal gelegt und Mittagsschlaf gemacht. Und dann Papierschiffe gebastelt, sie schwimmen lassen und mit Kastanien beschossen :-) Zurück in der Stadt haben wir noch ausführlicher in die Geschäfte geschaut, dies und das gekauft und die Zeit lesend im Subways verbracht. Und haben uns schließlich aufgemacht zum Fußballtraining. Jaschke hat selbstverständlich mittrainiert, und dieses Mal gab es eine Überraschung: Wir haben einen neuen Kunstrasenplatz mit tollem Flutlicht, sodass der Trainer beschlossen hat, ein Turnier spielen zu lassen. Jeweils 6 Mädels, 4 Mannschaften. Und der Preis: Die Mädels der Mannschaft, die gewinnt, sind für das Spiel am Sonntag gesetzt! Und weil in der Mannschaft ja ein ständiger Konkurrenzkampf herrscht, standen die Mädels so unter Druck, dass einige sogar weinen mussten vor Angst vor dem Finale! Meine International Clearance ist immer noch nicht durch, deswegen war das Ganze für mich nicht soooo aufregend, aber Spaß hat es gemacht. Nach dem Training (Jaschkes Mannschaft hatte übrigens gewonnen!) hielt der Trainer dann noch eine Motivationsrede für das Sonntagsspiel, die ungefähr so ging: "This Sunday is the hardest game ever. This team (das Gegnerische) hates you. They fucking hate you. They want to beat you. They want to fucking humiliate you. But we ARE better, we ARE the best team ever. We can beat them. We will fucking beat them. I have been waiting for this game. You have been waiting for this game. And you...........to be continued." Faktisch hat er uns darauf vorbereitet, am Sonntag unbewaffnet in den Krieg zu ziehen!
Nach dem Training hat meine Freundin Di uns und unsere vielen Tüten nach Hause gefahren.
Mittwoch wollten wir eigentlich nach Stratford-upon-Avon und Shakespeares Geburtshaus ansehen. Aber das englische Bahn- und Bussystem ist so unglaublich schlecht, dass wir für eine 30min Strecke mehr als 2 Stunden gebraucht und 11Pfund bezahlt hätten. Deswegen sind wir zu Hause geblieben, haben gechillt, viel gelesen, Backgammon gespielt und Sport gemacht: Wir sind nämlich zum Tesco gejoggt (ca. 4 km entfernt), haben dort eingekauft und sind dann zurück getrampt. In nem richtig poshen Auto sogar, und da hat Lis behauptet, trampen ginge in England gar nicht, und wir bräuchten es gar nicht erst zu versuchen.
Abends sind wir dann zu dritt zum Line-Dance gegangen. Was genau das ist, wussten wir vorher auch nicht, aber ich hatte gelesen, dass das jeden Mittwoch von 7.45 bis 9.30Uhr in den Räumen der örtlichen Parish Hall, einer Halle für alle möglichen Veranstaltungen (Vorschule, Toddlers Group....) statt findet. Wir sind also hin und wurden von ca. 15 Mitgliedern des Kurses begrüßt: Alle ü60, aber soooooooowas von lieb!! Der Kurs ist nämlich, entgegen der Aussage im Internet, nicht für Anfänger, sondern für Könner. Aber wir sollten trotzdem einfach mitmachen, was wir natürlich auch getan haben, und hatten unseren Spaß dabei. Bei manchen Tänzen konnten wir mithalten, bei anderen haben wir einfach zugesehen und uns mit den lieben Omis unterhalten. Auf dem Rückweg wurden wir mit dem Auto mitgenommen, obwohl wir es ja nicht weit zu laufen hatten, aber hier in Littleworth gibt es keine Straßenlaternen, und es war einfach so dunkel, dass wir NICHTS erkennen konnten und immer vom Gehweg abgekommen sind.
Line Dance ist übrigens ein ziemlich emotionsloser Tanz, der in Blockaufstellung mit vielen Drehungen und Über-Kreuz-Schritten getanzt wird. Beim Tanzen muss man sich wirklich konzentrieren, und das tut mir in dieser Zeit, in der ich mein Hirn quasi gar nicht fordere, sehr gut. Deswegen werde ich das also in mein wöchentliches Programm mit aufnehmen und nun jeden Mittwoch zum Line-Dance gehen (und natürlich, weil die Omis dort einfach so nett sind).
Donnerstag war leider schon der letzte Tag von Jaschke und Bente. Wir hatten die Kinder, und nachdem wir Sascha in die Schule gebracht und in Ruhe gefrühstückt hatten, sind Jaschke und ich mit ihr zusammen in die Kindergruppe gegangen. Während Bente an seiner Bachelorarbeit gearbeitet hat, sah Jaschke geschockt mit an, wie Selena andere Kinder schubste, wenn sie ihnen zu nahe kamen oder ihnen die Spielzeugkinderwagen entriss und deren Puppen hinausschmiss. Ich hatte ja schon einmal angedeutet, dass Selenas Sozialverhalten noch nicht weit entwickelt ist, und dass sie mit anderen Kindern nicht spielt, sondern höchstens mit ihnen kämpft. Aber für Jaschke war diese Ausmass dann doch shocking. Und wir haben einige Freundinnen von Lis getroffen, die meinten: "Wie geht es Lis? Die ist doch immer so desperate und will immer clubben gehen. War sie denn jetzt mal unterwegs?" Und als Selena einem ihrer Jungs das Spielzeug entriss: "Kein Problem, er ist schon an Selena gewöhnt, sie macht das immer so." Die süße Selena kann eben auch wirklich ein kleines Teufelchen sein!
Nachmittags haben die Kinder draußen gespielt, wir nebenbei aufgeräumt, Sachen gepackt, Saschas Fahrrad repariert usw. Und wir haben gekocht. Das wollten wir als Dankeschön an Lis machen, weil Jaschke und Bente hier wohnen durften. Und weil wir ja nicht kochen können, hatten wir Eierkuchen vorgeschlagen, die wir dann mit Käse und Schinken füllen wollten. Davon war sie aber nicht begeistert, weswegen wir Wraps gemacht haben mit Geflügelfleisch, Käse, Salat und verschiedenen Soßen. Als Lis von der Arbeit kam, waren wir fast fertig, der Tisch gedeckt, und sie sagte: "Was ess' ich denn jetzt? Und was sollen die Kinder essen?". Offensichtlich haben wir also mit dem Essen nicht ihren Geschmack getroffen. Sie hat sich dann Nudeln vom Vortag aufgewärmt.
Nach dem Essen mussten wir dann Tschüß sagen. Lis hat Jaschke und Bente nach Birmingham gefahren, wo sie gerade so ihren Zug nach London Stansted bekommen haben. Ihr Flieger ging heute früh um 5Uhr, und gegen 8 Uhr waren sie wieder bei sich zu Hause. Ich bin jetzt natürlich traurig, dass unsere schöne Zeit schon vorbei ist. Aber für Lis war der Besuch offensichtlich anstrengend oder nervig, denn ich darf nun keinen Besuch mehr bekommen. Klar, Papa kommt ja nächste Woche für ein paar Tage, aber der wohnt sowieso in einem B&B. Aber Marti wollte mich im November für ein paar Tage besuchen kommen, und das darf sie leider nicht.
Heute, Freitag, war ich in der Schule. Das Arbeiten dort macht mir wirklich Spaß, und die Kinder brauchen auch soviel Hilfe bei ihren Aufgaben, dass ich wirklich etwas tun kann. Ich bin immer bis mittags da, weil nachmittags sowieso Veranstaltungen wie Baumschule und Schwimmen auf dem Programm stehen, wo ich nicht wirklich viel helfen kann.
Nachmittags war ich im Fitnessstudio, und jetzt muss ich mich erstmal um alles kümmern, was in den letzten vier Tagen liegen geblieben ist. Diesen Blog zum Beispiel. Aber jetzt seid ihr wieder upgedatet und wisst Bescheid!
Letzten Sonntag waren wir bei einer Freundin von Lis zum "Sunday Roast" eingeladen, einem Sonntagsessen bestehend aus Fleisch, ganz vielen verschiedenen Gemüsearten, Yorkshire-Pudding (so ne Art Blätterteig) und Röstkartoffeln. Die Eltern der Freundin und deren drei Jungs waren auch da, sodass es am Tisch etwas eng war, aber trotzdem sehr sehr nett. Nach dem Essen kam im Fernseher "X-Factor", Deutschland sucht den Superstar für England, voll angesagt. Und weil wir es bis zum Beginn der Sendung nicht mehr nach Hause geschafft hätten, sind wir eben da geblieben. Die Kinder, die normalerweise um 7 Uhr ins Bett gehen, mussten deswegen bis 9 Uhr wach bleiben. Dementsprechend war Sascha dann am nächsten Tag in der Schule und am Nachmittag. Die Priorität hätte meiner Meinung nach hier an einer anderen Stelle liegen sollen!!!
Montag war es dann endlich soweit: Jaschke und Bente sind eingeflogen und wurden von Lis aus Birmingham abgeholt. Nachmittags halb vier waren die zwei hier. Weil untypischerweise superschönes Wetter war, haben wir uns gleich mal die Kids geschnappt und sind mit ihnen auf den Spielplatz gegangen. Sascha und Selena hatten viel Spaß damit, alle Kastanien aufzusammeln, die ich von einem Baum geschüttelt hatte und diese auf einen Kastanienhaufen zu schmeißen. Abends kam Lis, die zwischendurch noch beim Arzt war, mit Fish and Chips nach Hause und wir haben gemeinsam Abendbrot gegessen. Dabei kamen Jaschke und Bente auch gleich in den Genuß einiger Lebensweisheiten von Lis: Keine Kinder, und wenn, dann nur eins, aber bitte nicht so bald, wenn man Kinder hat, ist das Leben quasi vorbei. Heute meinte sie übrigens: Was habe ich bloß falsch gemacht im Leben, dass ich diese Kinder habe?!
Nun ja, abends haben wir jedenfalls zusammen Siedler gespielt und sind dann relativ früh, gegen 23Uhr ins Bettchen. Denn....
...am Dienstag haben wir einen wunderschönen Tag in Worcester verbracht. Wir sind morgens mit dem Bus hin, wobei Studenten umsonst mitfahren durften (bin ich ja nun leider nicht mehr - Jaschke, vergiss nicht, mir deinen Ausweis zu kopieren) und haben erstmal einen kleinen Bummel durch die Innenstadt gemacht. Ich habe Jaschke den schönsten Klamottenladen gezeigt, und ihr zum Geburtstag eine tolle Hose und eine schöne Strickjacke geschenkt. Ich selbst habe mir mal wieder nen Rock gekauft. Mittags haben wir dann im Pizza Hut "All you can eat" Buffett gehabt und uns dann mit vollen Bäuchen an den Kanal gelegt und Mittagsschlaf gemacht. Und dann Papierschiffe gebastelt, sie schwimmen lassen und mit Kastanien beschossen :-) Zurück in der Stadt haben wir noch ausführlicher in die Geschäfte geschaut, dies und das gekauft und die Zeit lesend im Subways verbracht. Und haben uns schließlich aufgemacht zum Fußballtraining. Jaschke hat selbstverständlich mittrainiert, und dieses Mal gab es eine Überraschung: Wir haben einen neuen Kunstrasenplatz mit tollem Flutlicht, sodass der Trainer beschlossen hat, ein Turnier spielen zu lassen. Jeweils 6 Mädels, 4 Mannschaften. Und der Preis: Die Mädels der Mannschaft, die gewinnt, sind für das Spiel am Sonntag gesetzt! Und weil in der Mannschaft ja ein ständiger Konkurrenzkampf herrscht, standen die Mädels so unter Druck, dass einige sogar weinen mussten vor Angst vor dem Finale! Meine International Clearance ist immer noch nicht durch, deswegen war das Ganze für mich nicht soooo aufregend, aber Spaß hat es gemacht. Nach dem Training (Jaschkes Mannschaft hatte übrigens gewonnen!) hielt der Trainer dann noch eine Motivationsrede für das Sonntagsspiel, die ungefähr so ging: "This Sunday is the hardest game ever. This team (das Gegnerische) hates you. They fucking hate you. They want to beat you. They want to fucking humiliate you. But we ARE better, we ARE the best team ever. We can beat them. We will fucking beat them. I have been waiting for this game. You have been waiting for this game. And you...........to be continued." Faktisch hat er uns darauf vorbereitet, am Sonntag unbewaffnet in den Krieg zu ziehen!
Nach dem Training hat meine Freundin Di uns und unsere vielen Tüten nach Hause gefahren.
Mittwoch wollten wir eigentlich nach Stratford-upon-Avon und Shakespeares Geburtshaus ansehen. Aber das englische Bahn- und Bussystem ist so unglaublich schlecht, dass wir für eine 30min Strecke mehr als 2 Stunden gebraucht und 11Pfund bezahlt hätten. Deswegen sind wir zu Hause geblieben, haben gechillt, viel gelesen, Backgammon gespielt und Sport gemacht: Wir sind nämlich zum Tesco gejoggt (ca. 4 km entfernt), haben dort eingekauft und sind dann zurück getrampt. In nem richtig poshen Auto sogar, und da hat Lis behauptet, trampen ginge in England gar nicht, und wir bräuchten es gar nicht erst zu versuchen.
Abends sind wir dann zu dritt zum Line-Dance gegangen. Was genau das ist, wussten wir vorher auch nicht, aber ich hatte gelesen, dass das jeden Mittwoch von 7.45 bis 9.30Uhr in den Räumen der örtlichen Parish Hall, einer Halle für alle möglichen Veranstaltungen (Vorschule, Toddlers Group....) statt findet. Wir sind also hin und wurden von ca. 15 Mitgliedern des Kurses begrüßt: Alle ü60, aber soooooooowas von lieb!! Der Kurs ist nämlich, entgegen der Aussage im Internet, nicht für Anfänger, sondern für Könner. Aber wir sollten trotzdem einfach mitmachen, was wir natürlich auch getan haben, und hatten unseren Spaß dabei. Bei manchen Tänzen konnten wir mithalten, bei anderen haben wir einfach zugesehen und uns mit den lieben Omis unterhalten. Auf dem Rückweg wurden wir mit dem Auto mitgenommen, obwohl wir es ja nicht weit zu laufen hatten, aber hier in Littleworth gibt es keine Straßenlaternen, und es war einfach so dunkel, dass wir NICHTS erkennen konnten und immer vom Gehweg abgekommen sind.
Line Dance ist übrigens ein ziemlich emotionsloser Tanz, der in Blockaufstellung mit vielen Drehungen und Über-Kreuz-Schritten getanzt wird. Beim Tanzen muss man sich wirklich konzentrieren, und das tut mir in dieser Zeit, in der ich mein Hirn quasi gar nicht fordere, sehr gut. Deswegen werde ich das also in mein wöchentliches Programm mit aufnehmen und nun jeden Mittwoch zum Line-Dance gehen (und natürlich, weil die Omis dort einfach so nett sind).
Donnerstag war leider schon der letzte Tag von Jaschke und Bente. Wir hatten die Kinder, und nachdem wir Sascha in die Schule gebracht und in Ruhe gefrühstückt hatten, sind Jaschke und ich mit ihr zusammen in die Kindergruppe gegangen. Während Bente an seiner Bachelorarbeit gearbeitet hat, sah Jaschke geschockt mit an, wie Selena andere Kinder schubste, wenn sie ihnen zu nahe kamen oder ihnen die Spielzeugkinderwagen entriss und deren Puppen hinausschmiss. Ich hatte ja schon einmal angedeutet, dass Selenas Sozialverhalten noch nicht weit entwickelt ist, und dass sie mit anderen Kindern nicht spielt, sondern höchstens mit ihnen kämpft. Aber für Jaschke war diese Ausmass dann doch shocking. Und wir haben einige Freundinnen von Lis getroffen, die meinten: "Wie geht es Lis? Die ist doch immer so desperate und will immer clubben gehen. War sie denn jetzt mal unterwegs?" Und als Selena einem ihrer Jungs das Spielzeug entriss: "Kein Problem, er ist schon an Selena gewöhnt, sie macht das immer so." Die süße Selena kann eben auch wirklich ein kleines Teufelchen sein!
Nachmittags haben die Kinder draußen gespielt, wir nebenbei aufgeräumt, Sachen gepackt, Saschas Fahrrad repariert usw. Und wir haben gekocht. Das wollten wir als Dankeschön an Lis machen, weil Jaschke und Bente hier wohnen durften. Und weil wir ja nicht kochen können, hatten wir Eierkuchen vorgeschlagen, die wir dann mit Käse und Schinken füllen wollten. Davon war sie aber nicht begeistert, weswegen wir Wraps gemacht haben mit Geflügelfleisch, Käse, Salat und verschiedenen Soßen. Als Lis von der Arbeit kam, waren wir fast fertig, der Tisch gedeckt, und sie sagte: "Was ess' ich denn jetzt? Und was sollen die Kinder essen?". Offensichtlich haben wir also mit dem Essen nicht ihren Geschmack getroffen. Sie hat sich dann Nudeln vom Vortag aufgewärmt.
Nach dem Essen mussten wir dann Tschüß sagen. Lis hat Jaschke und Bente nach Birmingham gefahren, wo sie gerade so ihren Zug nach London Stansted bekommen haben. Ihr Flieger ging heute früh um 5Uhr, und gegen 8 Uhr waren sie wieder bei sich zu Hause. Ich bin jetzt natürlich traurig, dass unsere schöne Zeit schon vorbei ist. Aber für Lis war der Besuch offensichtlich anstrengend oder nervig, denn ich darf nun keinen Besuch mehr bekommen. Klar, Papa kommt ja nächste Woche für ein paar Tage, aber der wohnt sowieso in einem B&B. Aber Marti wollte mich im November für ein paar Tage besuchen kommen, und das darf sie leider nicht.
Heute, Freitag, war ich in der Schule. Das Arbeiten dort macht mir wirklich Spaß, und die Kinder brauchen auch soviel Hilfe bei ihren Aufgaben, dass ich wirklich etwas tun kann. Ich bin immer bis mittags da, weil nachmittags sowieso Veranstaltungen wie Baumschule und Schwimmen auf dem Programm stehen, wo ich nicht wirklich viel helfen kann.
Nachmittags war ich im Fitnessstudio, und jetzt muss ich mich erstmal um alles kümmern, was in den letzten vier Tagen liegen geblieben ist. Diesen Blog zum Beispiel. Aber jetzt seid ihr wieder upgedatet und wisst Bescheid!
Dienstag, 28. September 2010
Selena in meinen neuen Schuhen
Selena in meinen neuen Fußballschuhen (meine alten taugen nur etwas für den Berliner Kunstrasen, aber nicht für das echte!! Gras hier, deswegen mussten neue her) und mit mir, damit ihr seht, dass ich immer noch genauso aussehe wie vorher ;-)
Gestern war Laufclub angesagt, und weil wir ausnahmsweise nicht über Feld und Weiden gelaufen sind - zum Glück, denn es wird jetzt schon so früh dunkel, dass das nicht mehr geht - sondern die Straße entlang, wurden aus den Äitfortiefeiwern Äitzürties. Der Groupleader hat sich auch nicht wirklich darum gekümmert, wenn Mitglieder bei dem Tempo nicht mithalten konnten. Immer, wenn von hinten der Hinweis kam, dass einige Läufer weit abgeschlagen und die Gruppe nicht mehr zusammen sei, hielt er für ungefähr zwei Sekunden an, drehte sich um, nickte, und lief dann im selben Tempo weiter. Peinlicherweise hatte sich auch noch ein Mitglied aus der schnelleren Gruppe, die vor uns gestartet war, verschätzt. Er fiel immer weiter zurück, bis er zu unserer Gruppe kam, und konnte auch bei uns nicht so wirklich mithalten. Der arme, ich habe mich fast ein bißchen fremdgeschämt...
Ach ja, und eine typische Aktion von mir: Ich wollte meiner Krankenkasse meine Karte zurück schicken, und habe den Brief am Sonntag Mittag eingeworfen. Abends ist mir dann eingefallen, dass ich vergessen hatte, unter der eigentlichen Adresse "Germany" zu schreiben. Da der Brief nicht nach Berlin, sondern nach Waren geht, denke ich auch nicht, dass die Post von selbst drauf kommt, in welches Land sie das Teil weiterleiten sollen. Also bin ich gestern 17.30 Uhr zum Briefkasten und habe gewartet, bis der Briefkastenleerer kommt. Der war dann auch pünktlich - aber sagte mir, dass schon am Montag morgen die Post vom Wochenende geholt worden war! Tja, Pech für mich. Jetzt wird der Brief hoffentlich hierher zurück geschickt werden, denn den Absender habe ich immerhin drauf geschrieben.
Montag, 27. September 2010
First day @ (real) School, Foot & Mouth and Footy
Den Mittwochvormittag habe ich wieder in der Schule verbracht - und jaaa, diesmal war es wirklich Schule. Auch wenn die Kids nicht, wie ich gedacht hatte, zwischen 10 und 11, sondern 7 bis 9 Jahre alt sind, lernen sie alle fleißig und haben richtigen Unterricht. Deswegen, und weil ich dort wirklich helfen konnte (mit einzelnen Kindern rechnen bzw. schreiben, weil dort viel mit Freiarbeit gearbeitet wird), fühlte ich mich viel wohler als bei den Kleinen. Die Großen waren auch alle ganz erstaunt über den Fakt, dass ich aus Deutschland komme, und von den Jungen wurde ich sofort gelöchert: Für welche Mannschaft war ich bei der Fußball-WM, welche deutsche Mannschaft finde ich gut, welche englische usw. Da hatten wir gleich ein gemeinsames Thema ;-) Ich werde also zukünftig zweimal pro Woche dort arbeiten und hoffentlich noch viele hilfreiche Erfahrungen sammeln.
Selena hatte die letzte Woche die Maul- und Klauenseuche: Viele kleine Pickelchen im Mund, an den Händen und an den Füßen. Sehr unangenehm für sie, v.a. weil sie nichts essen konnte. Vier Tage lang hat sie viel viel geweint, sich sehr gequält und nur wenig geschlafen. Aber seit Samstag gehts wieder besser, und jetzt scheint sie wieder gesund zu sein - wäre da nicht der Husten, den sie seit gestern Nacht hat. Hoffentlich bekommt sie jetzt nicht noch eine Erkältung! Lis, Sascha und ich haben uns (bis jetzt) glücklicherweise nicht angesteckt. Die Inkubationszeit beträgt aber 2 bis 6 Tage, kann also sein, dass da noch was nachkommt (hopefully not).
Ansonsten bleibt zu berichten, dass ich gestern leider noch kein Fußball spielen durfte. Denn vor der Spielerfreigabe muss noch eine International Clearance erfolgen (was das genau ist, weiß ich auch nicht), die 10 bis 14 Tage dauert. Wusste mein Trainer wohl vorher auch nicht, ich habe es erst am Samstag erfahren. Große Enttäuschung natürlich, aber ich habe mir das Spiel angesehen und immerhin haben sie gewonnen (meine Berliner Mädels haben gestern allerdings leider verloren, so ein Mist). Naja, Schwierigkeiten mit dem Spielerpass kenne ich ja aus Berlin, deswegen warte ich jetzt mal in Ruhe ab und freue mich umso mehr aufs Training, an dem ich ja weiterhin teilnehmen kann.
Der Wochenstart ist übrigens typisch englisch: Graues Nieselwetter, empfindlich kalt und sehr ungemütlich. Da helfen nur heißer Tee und Wärmflasche. Trotz des Regens gehts heute abend wieder in den Laufclub: Ich werde heute mal den Äihtfortiefeiwer wagen, über eine Strecke von Tänkäi (10km). Mal schauen, ob ich da mithalten kann.
Selena hatte die letzte Woche die Maul- und Klauenseuche: Viele kleine Pickelchen im Mund, an den Händen und an den Füßen. Sehr unangenehm für sie, v.a. weil sie nichts essen konnte. Vier Tage lang hat sie viel viel geweint, sich sehr gequält und nur wenig geschlafen. Aber seit Samstag gehts wieder besser, und jetzt scheint sie wieder gesund zu sein - wäre da nicht der Husten, den sie seit gestern Nacht hat. Hoffentlich bekommt sie jetzt nicht noch eine Erkältung! Lis, Sascha und ich haben uns (bis jetzt) glücklicherweise nicht angesteckt. Die Inkubationszeit beträgt aber 2 bis 6 Tage, kann also sein, dass da noch was nachkommt (hopefully not).
Ansonsten bleibt zu berichten, dass ich gestern leider noch kein Fußball spielen durfte. Denn vor der Spielerfreigabe muss noch eine International Clearance erfolgen (was das genau ist, weiß ich auch nicht), die 10 bis 14 Tage dauert. Wusste mein Trainer wohl vorher auch nicht, ich habe es erst am Samstag erfahren. Große Enttäuschung natürlich, aber ich habe mir das Spiel angesehen und immerhin haben sie gewonnen (meine Berliner Mädels haben gestern allerdings leider verloren, so ein Mist). Naja, Schwierigkeiten mit dem Spielerpass kenne ich ja aus Berlin, deswegen warte ich jetzt mal in Ruhe ab und freue mich umso mehr aufs Training, an dem ich ja weiterhin teilnehmen kann.
Der Wochenstart ist übrigens typisch englisch: Graues Nieselwetter, empfindlich kalt und sehr ungemütlich. Da helfen nur heißer Tee und Wärmflasche. Trotz des Regens gehts heute abend wieder in den Laufclub: Ich werde heute mal den Äihtfortiefeiwer wagen, über eine Strecke von Tänkäi (10km). Mal schauen, ob ich da mithalten kann.
Donnerstag, 23. September 2010
First Day @ School
1. Der hauseigene Playroom, der den Kindern neben ihren (zugegebenermaßen kleinen) Kinderzimmern zur Verfügung steht und der vollgestopft mit Spielsachen ist. Außerdem gibt es auch im Garten und im Schuppen jede Menge Spielzeug. Und jetzt ratet mal: Sascha weiß sehr oft nicht, was er spielen soll!
2. Die Küche, in die man kommt, wenn man durch die Haustür geht.
3. Das Wohnzimmer. In der Ecke steht der Superfernseher: Flatscreen, supergroß und mit allem Schnickschnack (man kann aus dem Fernsehprogramm aufnehmen und so) und eine Wii-Konsole.
Gestern war es nun auch für mich endlich soweit: Mein erster Tag an der Schule! Ich habe den Vormittag bei den Allerkleinsten, also den Vierjährigen verbracht und festgestellt: Mit Schule hat das noch nicht viel zu tun, dafür aber mit einem sehr gut organisierten Kindergarten. Die Kinder haben überwiegend Zeit zu spielen, wobei sie oft selbst entscheiden können, ob sie das draußen oder drinnen tun. Gelernt wird auch, aber sehr spielerisch, ohne, dass sich die Kinder etwas aufschreiben. Lesen, Schreiben und Rechnen lernen sie dann in der zweiten Klasse. Und täglich um 11 gehen alle Schüler in die Assembly Hall und die ganze Schule betet (evangelisch), mittwochs kommt immer der örtliche Pfarrer und erzählt Geschichten aus der Bibel. Zum Abschluss wird gesungen, und dann gehen alle Klassen wieder zurück in ihre Räume. Das Ganze läuft überraschend ruhig ab; obwohl ca. 120 Kinder auf einmal in dem Raum sind, ist kaum etwas von ihnen zu hören. Überhaupt finde ich, dass sich auch die Kleinsten schon sehr diszipliniert verhalten und z.B. schnell ruhig sind, wenn die Lehrerin etwas sagen will.
Nach 4 Stunden Schule weiß ich einmal mehr: Ich bin froh darüber, dass ich erst ab Klasse 7 unterrichten werde. In der Grundschule ist doch etwas mehr Erziehung angesagt als Lehren. Am Freitag werde ich mir mal die Älteren anschauen: 10 bis 11 Jahre, bin gespannt und werde berichten...
Nach 4 Stunden Schule weiß ich einmal mehr: Ich bin froh darüber, dass ich erst ab Klasse 7 unterrichten werde. In der Grundschule ist doch etwas mehr Erziehung angesagt als Lehren. Am Freitag werde ich mir mal die Älteren anschauen: 10 bis 11 Jahre, bin gespannt und werde berichten...
Am Dienstag Abend habe ich mich beim Fußball Verein angemeldet; ich bin jetzt offiziell Mitglied bei Worcester United und - tadaaaa - darf am Sonntag spielen. Die Auswahl der Spielerinnen ist ein großes Ding hier, weil es ja soviele Mädels gibt (ca. 25), und nur jeweils 14 zum Spiel kommen dürfen. Der Trainer macht sich während der Trainingseinheit Notizen und verschickt dann jeweils donnerstags eine SMS an jede Spielerin, ob sie dabei ist oder nicht. Und eben habe ich meine Zusage bekommen, yeah!!!
Dienstag, 21. September 2010
Some pics
Ein paar Bilder vom Wochenende: Spielen im Garten und mit Knete. Ich hatte die Kinder ja Samstag und Sonntag alleine, was aber kein Problem war. Sonntag vormittag wurden sie von einer Freundin von Lis übernommen, damit ich zum Fußball konnte. Gestern und heute war/ist Lis arbeiten, denn am Donnerstag kommen die Bauarbeiter ins Haus und wechseln alle Heizkörper aus. Es müssen wohl auch jede Menge Rohre verlegt werden, sodass für mindestens drei Tage das totale Chaos herrschen wird. Aber danach können wir wenigstens heizen - obwohl das auch nicht so oft passieren wird, weil dieses Dorf kein Gasanschluss hat (!!) und mit Öl geheizt wird, was ziemlich teuer ist. Aber was solls, ich habe ja meine Wärmflasche (denn die englischen Häuser sind ja leider nicht sehr gut isoliert, und ich finde es jetzt schon zu kalt hier drinnen).
Freitag, 17. September 2010
Football with the guys
Um meinem tristen Läuferdasein heute mal etwas Abwechslung zu gönnen, bin ich mit Lis und den Kindern in den örtlichen Park/Wald gefahren. Dort gibt es auch zwei große Spielplätze, die Sascha und Selena unsicher machen wollten, während ich im angrenzenden Wäldchen laufen ging: Keine gute Idee. Ich sage nur: Hunde! Überall, auf allen Wegen, unangeleint natürlich. Manchmal mehr Hunde als Menschen auf einmal. Und weil die Wege eher kleinen Waldpfaden glichen, musste ich jedesmal, wenn mir so ein Viech entgegen kam, anhalten und wahlweise in Brennesseln oder Brombeerhecken springen, damit sie mir nicht zu Nahe kommen konnten. Witzig vor allem die Begegnung mit nem Riesenköter (Ponygröße - naja, kleine Ponys. Lämmer vielleicht eher. Oder okay, sehr große Hundegröße.), und seinen zwei Menschen: Nette alte Leutchen, denen ich aber nicht zutraute, ihr Hündchen von mir runter zu reißen, sollte es sich auf mich stürzen. Die versicherten mir schon von weitem (sie waren weit weg, der Hund stand schon ca. 10cm vor mir), dass das Tierchen ganz lieb sei und gar nichts tue. Ich fand aber nicht, dass der Hund mich besonders lieb anguckte. Nun ja, mir blieb also nur der Ausweg in die Brennessel, und gaaaaaaaanz langsam, ohne ihm in die Augen zu schauen oder mir meine Angst anmerken zu lassen, am Hund vorbei zu schleichen.
Zurück im Park habe ich Lis und die Kinder nicht gefunden, dafür aber ein paar Männer, die auf der Wiese Fußball spielten. Klar, da habe ich sofort gefragt, ob ich mitspielen darf. Ich wurde auch gleich nett aufgenommen und als vollwertiges Teammitglied integriert. Nachdem ich mein erstes Tor geschossen habe, scharrten sich alle Männer um mich herum und fragten mit großen Augen, ob ich in einem echten Team spiele, in einer echten Liga, mit echtem Stadium, ob ich - und jetzt kommts - berühmt sei in Deutschland und - noch besser - ob ich auch in Südafrika gespielt habe. Okay, die Männer waren erst 8 Jahre alt, aber wenn ich ihnen gesagt hätte, ich wäre berühmt, und für 50pence könnten sie ein Autogramm bekommen: Ich wäre ja reich heute abend. Nein, im Ernst, mit den Kids zu spielen war ganz witzig. Einige von ihnen waren wirklich gut. Unser Torwart hat auch ganz ordentlich gehalten, für jeden Abstoß aber immer so fünf Minuten gebraucht, in denen er mit großen Augen abwechselnd auf den Ball und auf die Spieler starrte...Und ausnahmslos alle haben das Spiel sehr ernst genommen. Von den ganzen Tacklings, die ich abbekommen habe, habe ich jetzt ein paar blaue Flecken an den Schienbeinen. Und ich hatte mich am Anfang gewundert, warum der Vater eines Jungen, der am Anfang mitspielt, so erleichtert war, als ich kam, und sich auf der Bank ausruhte...
Morgen früh würde ich gerne ins Kino gehen. Der Film "Diary of a wimpy Kid" kommt morgens um 10 Uhr und kostet nur 95pence. Das einzige, klitzekleine Problem, das ich noch habe: Erwachsene kommen nur in Begleitung von Kindern rein. Wo kriege ich jetzt auf die Schnelle ein Kind her? Sascha ist für diesen Film noch zu klein - ob es reicht, wenn er mir eine Vollmacht schreibt, in der er mir erlaubt, auch ohne Kinderbegleitung in den Film zu gehen?!
Zurück im Park habe ich Lis und die Kinder nicht gefunden, dafür aber ein paar Männer, die auf der Wiese Fußball spielten. Klar, da habe ich sofort gefragt, ob ich mitspielen darf. Ich wurde auch gleich nett aufgenommen und als vollwertiges Teammitglied integriert. Nachdem ich mein erstes Tor geschossen habe, scharrten sich alle Männer um mich herum und fragten mit großen Augen, ob ich in einem echten Team spiele, in einer echten Liga, mit echtem Stadium, ob ich - und jetzt kommts - berühmt sei in Deutschland und - noch besser - ob ich auch in Südafrika gespielt habe. Okay, die Männer waren erst 8 Jahre alt, aber wenn ich ihnen gesagt hätte, ich wäre berühmt, und für 50pence könnten sie ein Autogramm bekommen: Ich wäre ja reich heute abend. Nein, im Ernst, mit den Kids zu spielen war ganz witzig. Einige von ihnen waren wirklich gut. Unser Torwart hat auch ganz ordentlich gehalten, für jeden Abstoß aber immer so fünf Minuten gebraucht, in denen er mit großen Augen abwechselnd auf den Ball und auf die Spieler starrte...Und ausnahmslos alle haben das Spiel sehr ernst genommen. Von den ganzen Tacklings, die ich abbekommen habe, habe ich jetzt ein paar blaue Flecken an den Schienbeinen. Und ich hatte mich am Anfang gewundert, warum der Vater eines Jungen, der am Anfang mitspielt, so erleichtert war, als ich kam, und sich auf der Bank ausruhte...
Morgen früh würde ich gerne ins Kino gehen. Der Film "Diary of a wimpy Kid" kommt morgens um 10 Uhr und kostet nur 95pence. Das einzige, klitzekleine Problem, das ich noch habe: Erwachsene kommen nur in Begleitung von Kindern rein. Wo kriege ich jetzt auf die Schnelle ein Kind her? Sascha ist für diesen Film noch zu klein - ob es reicht, wenn er mir eine Vollmacht schreibt, in der er mir erlaubt, auch ohne Kinderbegleitung in den Film zu gehen?!
Dienstag, 14. September 2010
Just a normal Day
Das Wochenende war entspannt, wie hier eigentlich jeder Tag entspannt ist. Samstag haben wir nachmittags mit den Kindern einen Ausflug in einen dieser berühmten englischen Gärten mit Herrenhaus und so gemacht. Für die Kinder wars nett, es gab einen super Spielplatz, und das Haus war auch interessant. Die Natur.....mh, auch nett, denke ich mal?!
Montag war ein "normaler Arbeitstag". Lis war arbeiten und ich habe auf die Kinder aufgepasst. Nachdem Selena und ich Sascha in die Schule gebracht haben, sind wir zwei erstmal raus an die frische Luft. Ich habe Brombeeren gepflückt, von denen es hier waaaaaahnsinnig viele gibt, und Selena hatte Zeit, sich auf der Wiese müde zu rennen. Danach haben wir schnell den Haushalt erledigt (ich habe die Küche gewischt, Selena ihren Playroom - mit nem Spielzeugschrubber natürlich, und OHNE Wasser, sonst hätte es ne Überschwemmung gegeben), gespielt, und dann wurde es Zeit für Lunch. Und dann das Beste am Tag: Mittagsschlaf! Aber weil ich hier so viele ruhige Tage habe, bin ich schon so tiefenentspannt, dass ich nicht mal mehr jeden Tag mittags schlafen kann, selbst, wenn ich Zeit dazu hätte!!!
Um 3pm haben Selena und ich dann Sascha von der Schule abgeholt, und nach einem kleinen Snack für die Kinder zu Hause gings ab auf den Spielplatz. Denn Sascha ist sonntags und Montag morgen recht lieb gewesen und brauchte deswegen kein Marsch am Nachmittag! Nach dem Spielplatz habe ich gekocht - also Suppe aufgewärmt - und die Kinder haben gegessen. Lis ist gekommen, und ich bin ab zum Laufclub. Jahahaha, ich habe mich jetzt doch entschlossen, da regelmäßig hinzugehen, weilwegen Dunkelheit und Abwechslung. Also weil es abends immer früher dunkel wird und ich dann nicht so gerne alleine laufen gehe, und weil ich hier ja nur diesen einen Laufweg habe und Abwechslung gut tut. Gestern war der Lauf auch echt super, wir haben einen Sixohwsevener in Nineohwfive gemacht (Joggerslang, Übersetzung: Wir sind 6,7 Meilen in jeweils 9,05min gelaufen - alles genau dokumentiert mit diesen tollen Uhren, die alles Mögliche messen).
So, jetzt wisst ihr, was ich an meinen Arbeitstagen so mache. Und wenn Lis da ist, bin ich manchmal unterwegs, oft aber auch einfach "zu Hause", und lebe das everydaylife in der Familie mit.
Heute war dann mein freier Tag. Morgens war ich im post office, um noch ein paar (hoffentlich die letzten) Dokumente für meine Ref-Bewerbung zu schicken, und dann .................................. ............................................................................................................................................................NIX.
Ich habe den ganzen Tag nichts gemacht. Es hat permanent geregnet, und ich habe ich Bett gelegen und geatmet. Naja, und gelesen. Und mich gelangweilt. Und auch ein bißchen ferngesehen. Aber heute abend gings dann endlich mal wieder zum Fußballtraining! Mein Bein ist wieder okay, das Training war super und nächsten Sonntag gehts weiter.
Morgen ist ein halb/halber Tag: Vormittags Selena, nachmittags frei. Dann ist Fitnessstudio und Sauna angesagt (das Wetter ist schon richtig herbstlich, Sauna ist also auf jeden Fall nötig).
Und am Wochenende besucht Lis ihren neuen Freund (oder whatever, so richtig sind sie sich wohl noch nicht einig) in Oxford, da habe ich von Samstag bis Sonntag die Kinder. Aber eine Freundin von Lis wird mich am Sonntag ablösen, sodass ich Fußball spielen kann. How cool's that?!
Montag war ein "normaler Arbeitstag". Lis war arbeiten und ich habe auf die Kinder aufgepasst. Nachdem Selena und ich Sascha in die Schule gebracht haben, sind wir zwei erstmal raus an die frische Luft. Ich habe Brombeeren gepflückt, von denen es hier waaaaaahnsinnig viele gibt, und Selena hatte Zeit, sich auf der Wiese müde zu rennen. Danach haben wir schnell den Haushalt erledigt (ich habe die Küche gewischt, Selena ihren Playroom - mit nem Spielzeugschrubber natürlich, und OHNE Wasser, sonst hätte es ne Überschwemmung gegeben), gespielt, und dann wurde es Zeit für Lunch. Und dann das Beste am Tag: Mittagsschlaf! Aber weil ich hier so viele ruhige Tage habe, bin ich schon so tiefenentspannt, dass ich nicht mal mehr jeden Tag mittags schlafen kann, selbst, wenn ich Zeit dazu hätte!!!
Um 3pm haben Selena und ich dann Sascha von der Schule abgeholt, und nach einem kleinen Snack für die Kinder zu Hause gings ab auf den Spielplatz. Denn Sascha ist sonntags und Montag morgen recht lieb gewesen und brauchte deswegen kein Marsch am Nachmittag! Nach dem Spielplatz habe ich gekocht - also Suppe aufgewärmt - und die Kinder haben gegessen. Lis ist gekommen, und ich bin ab zum Laufclub. Jahahaha, ich habe mich jetzt doch entschlossen, da regelmäßig hinzugehen, weilwegen Dunkelheit und Abwechslung. Also weil es abends immer früher dunkel wird und ich dann nicht so gerne alleine laufen gehe, und weil ich hier ja nur diesen einen Laufweg habe und Abwechslung gut tut. Gestern war der Lauf auch echt super, wir haben einen Sixohwsevener in Nineohwfive gemacht (Joggerslang, Übersetzung: Wir sind 6,7 Meilen in jeweils 9,05min gelaufen - alles genau dokumentiert mit diesen tollen Uhren, die alles Mögliche messen).
So, jetzt wisst ihr, was ich an meinen Arbeitstagen so mache. Und wenn Lis da ist, bin ich manchmal unterwegs, oft aber auch einfach "zu Hause", und lebe das everydaylife in der Familie mit.
Heute war dann mein freier Tag. Morgens war ich im post office, um noch ein paar (hoffentlich die letzten) Dokumente für meine Ref-Bewerbung zu schicken, und dann .................................. ............................................................................................................................................................NIX.
Ich habe den ganzen Tag nichts gemacht. Es hat permanent geregnet, und ich habe ich Bett gelegen und geatmet. Naja, und gelesen. Und mich gelangweilt. Und auch ein bißchen ferngesehen. Aber heute abend gings dann endlich mal wieder zum Fußballtraining! Mein Bein ist wieder okay, das Training war super und nächsten Sonntag gehts weiter.
Morgen ist ein halb/halber Tag: Vormittags Selena, nachmittags frei. Dann ist Fitnessstudio und Sauna angesagt (das Wetter ist schon richtig herbstlich, Sauna ist also auf jeden Fall nötig).
Und am Wochenende besucht Lis ihren neuen Freund (oder whatever, so richtig sind sie sich wohl noch nicht einig) in Oxford, da habe ich von Samstag bis Sonntag die Kinder. Aber eine Freundin von Lis wird mich am Sonntag ablösen, sodass ich Fußball spielen kann. How cool's that?!
Freitag, 10. September 2010
Walks and Runs
Eine weitere Woche ist schon fast rum (zumindest steht das Wochenende vor der Tür), und endlich komme ich dazu, euch alle auf den neuesten Stand zu bringen - wobei, sooo wahnsinnig viel Neues gibt es eigentlich nicht zu berichten.
Der Montagmorgen begann mit schrecklichen Trotzanfällen von Sascha, der mal wieder genau das Gegenteil von dem gemacht hat, was ihm gesagt wurde. Lis hat ihm daraufhin für den Nachmittag Zimmerarrest erteilt, d.h. er sollte das Zimmer nicht verlassen. Video dürfe er aber gucken, wenn er artig sei! Fand ich nicht so optimal, und habe deswegen zu einer anderen Methode gegriffen: Walking. Nach der Schule musste er mit mir und Selena (die im Buggy saß) 1,5 Stunden marschieren. Als ich ihm das eröffnete, schrie er laut los, heulte, beschimpfte mich und schmiss sich auf den Boden. Die pikierten Blicke der anderen Mütter musste ich aushalten, und zum Glück ist mir Sascha, als ich losging, in einem Abstand von ca. 10m auch gefolgt - heulend, schreiend und schimpfend. Auch als ich ihm versicherte, dass jedes Schimpfwort gegen mich nur einen längeren Marsch zur Folge hätte, änderte das nichts. Aber nach ca. 40 Minuten war er wohl zu erschöpft und hörte auch, lauthals zu heulen. Stattdessen folgte er mir - jetzt nur noch mit 5m Entfernung - mit leisem Schluchzen. Irgendwann hörte auch das auf, und Sascha begann, den Marsch zu genießen. Am Ende wollte er gar nicht umkehren! Und als ich ihm sagte, dass wir das jetzt jeden Nachmittag machen würden, wenn er nicht aufhören würde, uns morgens zu ignorieren und bei jeder Kleinigkeit auszurasten (ihr glaubt ja nicht, worüber sich Sascha aufregen kann, da reicht wirklich schon die kleinste Kleinigkeit!), freute er sich regelrecht. Naja, am nächsten Tag war diese Freude schon vergessen, und als wir nachmittags losmaschiert sind, hatte er keine Lust. Geheult hat er aber diesmal nicht, was er mir auch mehrmals stolz erklärte. Ich finde, dass diese Maßnahme besser ist als ein Zimmerarrest mit Videogucken, und auch Lis ist dieser Meinung. Deswegen werde ich also in nächster Zeit viiiieeeel "spazieren" gehen und hoffen, dass das hilft, Sascha etwas ruhiger werden zu lassen (zumindest direkt nach den Märschen ist er jedenfalls ordentlich ko).
Ansonsten hat mich die schlechte Nachricht erreicht, dass am Wochenende doch kein Halbmarathon in dieser Gegend stattfinden wird. Der Nachbar, der mir davon erzählt hatte, hatte sich im Datum geirrt und meinte den von letzter Woche. Schade, ich wollte doch beim nächsten Mal eine Zeit unter zwei Stunden schaffen. Aber das werde ich dann im April in Berlin anstreben. Dafür - tadaaa - gibt es jetzt das offizielle Video vom Halbmarathon letzte Woche. Hier der Link: http://www.youtube.com/user/hospicesrh#p/a/u/1/m_hwKb3sFI0 Hier könnt ihr mal sehen, auf welchen Wiesen wir gelaufen sind. Und alle Berge, die die Leutchen in dem Video so schön runter laufen, mussten wir auch wieder hoch.
Der Montagmorgen begann mit schrecklichen Trotzanfällen von Sascha, der mal wieder genau das Gegenteil von dem gemacht hat, was ihm gesagt wurde. Lis hat ihm daraufhin für den Nachmittag Zimmerarrest erteilt, d.h. er sollte das Zimmer nicht verlassen. Video dürfe er aber gucken, wenn er artig sei! Fand ich nicht so optimal, und habe deswegen zu einer anderen Methode gegriffen: Walking. Nach der Schule musste er mit mir und Selena (die im Buggy saß) 1,5 Stunden marschieren. Als ich ihm das eröffnete, schrie er laut los, heulte, beschimpfte mich und schmiss sich auf den Boden. Die pikierten Blicke der anderen Mütter musste ich aushalten, und zum Glück ist mir Sascha, als ich losging, in einem Abstand von ca. 10m auch gefolgt - heulend, schreiend und schimpfend. Auch als ich ihm versicherte, dass jedes Schimpfwort gegen mich nur einen längeren Marsch zur Folge hätte, änderte das nichts. Aber nach ca. 40 Minuten war er wohl zu erschöpft und hörte auch, lauthals zu heulen. Stattdessen folgte er mir - jetzt nur noch mit 5m Entfernung - mit leisem Schluchzen. Irgendwann hörte auch das auf, und Sascha begann, den Marsch zu genießen. Am Ende wollte er gar nicht umkehren! Und als ich ihm sagte, dass wir das jetzt jeden Nachmittag machen würden, wenn er nicht aufhören würde, uns morgens zu ignorieren und bei jeder Kleinigkeit auszurasten (ihr glaubt ja nicht, worüber sich Sascha aufregen kann, da reicht wirklich schon die kleinste Kleinigkeit!), freute er sich regelrecht. Naja, am nächsten Tag war diese Freude schon vergessen, und als wir nachmittags losmaschiert sind, hatte er keine Lust. Geheult hat er aber diesmal nicht, was er mir auch mehrmals stolz erklärte. Ich finde, dass diese Maßnahme besser ist als ein Zimmerarrest mit Videogucken, und auch Lis ist dieser Meinung. Deswegen werde ich also in nächster Zeit viiiieeeel "spazieren" gehen und hoffen, dass das hilft, Sascha etwas ruhiger werden zu lassen (zumindest direkt nach den Märschen ist er jedenfalls ordentlich ko).
Ansonsten hat mich die schlechte Nachricht erreicht, dass am Wochenende doch kein Halbmarathon in dieser Gegend stattfinden wird. Der Nachbar, der mir davon erzählt hatte, hatte sich im Datum geirrt und meinte den von letzter Woche. Schade, ich wollte doch beim nächsten Mal eine Zeit unter zwei Stunden schaffen. Aber das werde ich dann im April in Berlin anstreben. Dafür - tadaaa - gibt es jetzt das offizielle Video vom Halbmarathon letzte Woche. Hier der Link: http://www.youtube.com/user/hospicesrh#p/a/u/1/m_hwKb3sFI0 Hier könnt ihr mal sehen, auf welchen Wiesen wir gelaufen sind. Und alle Berge, die die Leutchen in dem Video so schön runter laufen, mussten wir auch wieder hoch.
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